
Pressemeldungen 2010
Wenn der Traum vom Ruhestand zum Alptraum wird
Auch der Ruhestand benötigt ein KonzeptSo geht es Vielen, die ihren Ruhestand planlos angehen und die Freude aufs Nichtstun überwiegt. Aber auch dieses letzte Lebensdrittel benötigt einen Plan, um den neuen Alltag mit dem Überangebot an Freizeit zu gestalten. Wichtig ist es, Aktivitäten mit der Familie und mit Freunden zu finden, die Spaß machen, auf die man sich freut. Auch neue Herausforderungen, ein Ehrenamt oder ein Hobby, bereichern den Alltag. Wenn mit zunehmendem Alter das eine oder andere Zipperlein hinzu kommt, alles nicht mehr so geht wie früher, sollte man sein Leben dennoch so gut es geht aktiv gestalten – eben nur anders. Viele Pensionäre leiden unter DepressionAber viele Pensionäre schaffen das nicht, fallen nach einiger Zeit in ein "tiefes Loch" und erkranken an einer Depression. Dann ist es wichtig zu wissen, dass es Hilfe gibt. "Wir beobachten sowohl in unserer Klinik in Haina als auch in unserer Ambulanz und Tagesklinik in Korbach, dass immer mehr Menschen aus dieser Altersgruppe zu uns kommen. Oft reichen eine ambulante Behandlung der Depression und eine Lebensberatung völlig aus, damit Patienten wieder Fuß fassen. Auch die Aktivitäten unserer Ergotherapeuten wirken oft wie ein Wunder, wenn depressive Menschen erfahren, welchen Spaß es macht mit Anderen angemessenen Sport zu treiben oder zu singen und zu tanzen. Durch das Gruppenerleben und die Animation entdecken viele Patienten, was eigentlich noch in ihnen steckt. Und das stärkt die Selbstheilungskräfte und bringt wieder Perspektive in den Alltag", erklärt Dr. Rolf Speier, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina. Altersdepression lässt sich gut behandelnNicht selten sind ältere Menschen aber auch sehr hoffnungslos und sperren sich gegen jede Form der Aktivierung. In einer solchen Phase kann auch Selbstmordgefahr bestehen. Dann ist es ganz wichtig, dass Ärzte und Therapeuten behutsam und einfühlsam den Patienten an eine Behandlung seiner Depression heran führen. Von zentraler Bedeutung ist hier auch die Zusammenarbeit mit den Angehörigen, die durch die Erkrankung oft überfordert sind. Sie erhalten Tipps, wie sie mit dem Erkrankten umgehen sollten.
Quelle: HNA vom 20.01.2010
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