- Musical mit Leuchtfiguren
- Vorurteile abbauen - Basar und Tag der offenen Tür in der forensischen Tagesklinik Haina
- Wohn- und Pflegeheim bekommt Neubau an der Grauhecke
- KfPP erhält zum zweiten Mal das KTQ-Zertifikat
- Vom "Tollenkloster" zum Zentrum für soziale Psychiatrie
- Vor 75 Jahren : 400 Jahrfeier - Hohe Hospitäler
- Sommerfest des ZSP Haina - Musik und Aktionen lockten viele Besucher
- Raum der Stille
- Sommerfest an der Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina gemeinnützige GmbH
- Mensch im Mittelpunkt - LWV feiert in Klosterkirche 475 Jahre Hohe Hospitäler
- Hessen feiert seine hohen Hospitäler
- Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina
erneut erfolgreich nach KTQ zertifiziert
- Wohngruppen des ZSP ziehen in alte Frankenauer Oberförsterei
- "Die Lage ist optimal" - Projekt "Betreutes Wohnen" in Frankenau
- Kopf der Woche - Jürgen Hammerschlag
- Tag der offenen Tür und Jubiläum im ehemaligen Kloster
- Zentrum für Soziale Psychiatrie setzt auf Ambulanz
- Ethik Komitee in Haina besteht seit drei Jahren
- Immer auf der Hut sein. Dr. R. Speier im HNA-Interview zur Sicherheit in der Allgemeinpsychiatrie
- Neue Wohngruppe der HPE wird bezogen
- Klinik gerüstet im Konkurrenzkampf
- Ehrenamtliche Betreuer besichtigen ZSP Haina gGmbH
- Neubau in warmem Rot
- Klinikführer 2008
Musical mit Leuchtfiguren
Weihnachtsfeier der Lebenshilfe Frankenberg mit Ehrungen für Mitarbeiter

Von Detlef Ochse
Frankenberg. Mit einem Weihnachtsmusical und leuchtenden Schwarzlichtfiguren haben fast 400 Mitarbeiter, Betreuer und Angehörige der Lebenshilfe Frankenberg jetzt ihre Weihnachtsfeier begangen. Zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitarbeiter sowie Gedanken zum Advent von Pfarrer Gerald Rohrmann aus Allendorf und Florian Müller aus Osterfeld sorgten für einen festlich-besinnlichen Nachmittag in der Frankenberger Ederbergland.
Der Leiter der Lebenshilfewerkstatt Frankenberg, Martin Henke, begrüßte zu Beginn der Veranstaltung neben den zahlreich erschienenen Eltern und Angehörigen der Mitarbeiter auch viele ehemalige Beschäftigte, die sich immer wieder gern zu der Jahresabschlussfeier gesellen. Mit einem Weihnachtsmusical, aufgeführt von Schülerinnen und Schülern der Wigand-Gerstenberg-Schule in Frankenberg, begann das kurzweilige Programm. Unter der Leitung von Heidi Müller erzählten die Schüler dabei die Weihnachtsgeschichte auf ihre Weise, eingehüllt in historische Kostüme und musikalisch untermalt, sorgten sie für großen Applaus des Publikums.
Gedanken zum Advent machte sich Pfarrer Gerald Rohrmann aus Allendorf, der ebenfalls eine Weihnachtsgeschichte mitgebracht hatte. Unterstützt wurde er dabei von Florian Müller aus Osterfeld, der die Illustration der Geschichte übernahm und im Anschluss für jeden Weihnachtswunsch eine Kerze entzündete. Danach wurde für das leibliche Wohl gesorgt, fleißige Hände aus den eigenen Reihen der Lebenshilfe hatten Brötchen belegt und frischen Stollen bereitgestellt, zusammen mit heißem Kaffee stellte sich umgehend vorweihnachtliche Glückseligkeit ein.
Danach brach die Dunkelheit über die Besucher ein. Grund dafür war die Aufführung der Schwarzlicht-Theatergruppe der heilpädagogischen Einrichtung Haina, die mit leuchtenden Farben die Geschichte vom kleinen Tannenbaum erzählte. Auch für diese Aufführung, die unter der Leitung von Gabi Weller und Charlotte Hörter-Hielscher sowie Vorleserin Karin Eckel stand, gab es lang anhaltenden Applaus. Im Anschluss wurden langjährige Mitarbeiter für ihre Tätigkeit geehrt. Der Lebenshilfe-Fachdienstleiter Arbeit, Christoph Hille aus Korbach, nahm zusammen mit dem Frankenberger Werkstattleiter Martin Henke die Ehrungen vor, bei denen die Mitarbeiter nach einer Laudatio Urkunden und Geschenke mit auf den Nach-Hause-Weg nahmen. Dieser wurde dann nach einer besinnlichen und unterhaltsamen Weihnachtsfeier und einem gemütlichen Kaffeeplausch angetreten.
Vorurteile abbauen -
Basar und Tag der offenen Tür in der forensischen Tagesklinik Haina
Haina-Kloster. Der vorweihnachtliche Basar der forensischen Tagesklinik Haina, die psychisch kranke Rechtsbrecher betreut, zog wieder viele Besucher an. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass bei den Hand- und Bastelarbeiten aus der Ergotherapie gute Schnäppchen zu machen sind.
Der Renner waren in diesem Jahr bemalte Weihnachtsmänner aus Sperrholz, deren Christbäumchen an- und auszuknipsen sind. Außerdem gab es Fensterdeko jeder Form und Größe, glitzernde Ketten, geknüpfte Armbänder und lange Seidenschals, dazu Weihnachtsartikel für jeden Bedarf: Schneemänner und Nikoläuse zum Aufstellen, Adventskränze aus Holz, Kerzenständer, goldene Sterne und bunte Lichterketten.
Wer schon einmal Ausschau nach Geschenken halten wollte, hatte die Wahl zwischen hübschen Schlüsselanhängern, handgenähten Lederbeutelchen, Gefäßen aus Ton oder Brotkörbe mit für Krümel undurchlässigen Böden.
Die Mitarbeiter der forensischen Tagesklinik am Zentrum für Soziale Psychiatrie halten den jährlichen Tag der offenen Tür für äußerst wichtig. "Wir möchten erreichen, dass Vorurteile bezüglich der Klinik und der Patienten abgebaut werden", erklärte Krankenpfleger Edgar Schneider. Die Besucher könnten sich beispielsweise über den Tagesablauf der 20 Patienten informieren und dabei erfahren, dass dieser dem eines normalen Arbeitslebens ziemlich ähnlich sehe.
Die Klinikleitung und alle Mitarbeiter hätten großes Interesse an der Akzeptanz der Einrichtung durch die Bevölkerung und daran, dass Falschinformationen zerstreut würden. Beim späteren Kaffeetrinken trafen Besucher und Patienten zusammen. Kuchen und Torten schmeckten allen gut. (zmm)
17.11.2008
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine - Text und Fotos: Marise Moniac
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Wohn- und Pflegeheim bekommt Neubau an der Grauhecke
Haina (Kloster). An der Grauhecke oberhalb des Bürgerhauses entsteht im nächsten Jahr ein Neubau des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP). Eine Alternative war der frühere Standort der Helgelandhalle in Frankenau. Entsprechende Informationen der Frankenberger Zeitung bestätigte der Leiter des Wohn- und Pflegeheims, Erwin Gruber, auf Nachfrage.

Dieses Gelände, auf das Bürgermeister Rudolf Backhaus zeigt, wird Standort eines Baugebietes und des Neubaus des Wohn- und Pflegeheims (Foto: apa)
Das Wohn- und Pflegeheim wird komplett vom Klostergelände ausgegliedert und bekommt ein eigenes großes Gebäude. Dort werden die Pflegefälle leben, die eine dauerhafte Betreuung brauchen, ebenso gibt es Räumlichkeiten für betreutes Wohnen. Lediglich die Wohngruppe an der Wohra wird auf dem Gelände des ehemaligen Klosters bleiben, informierte Erwin Gruber. Bisher sind die Räumlichkeiten für die seelisch kranken Menschen, die im Wohn- und Pflegeheim betreut werden, auf dem ganzen Gelände verteilt.
Dass das WPH ein eigenes Gebäude bekommen sollte, stand schon lange fest, doch die Entscheidung für den Standort ist erst in dieser Woche gefallen: Die Wahl musste zwischen einem Grundstück an der Grauhecke in Haina und dem Standort der abgebrannten Helgelandhalle in Frankenau getroffen werden.
Beide Vorschläge hatten Vorteile: In Frankenau wäre das WPH an sehr zentraler Stelle untergebracht gewesen, zudem hätte die alte Hauptschule als Tagesstätte genutzt werden können (siehe dazu Bericht Seite 17). In Frankenau sind außerdem ganz in der Nähe betreute Wohngruppen des WPHs eingerichtet.
Für das Gelände in Haina sprachen unter anderem die Nähe zur Verwaltung, die kurzen Wege für Küche, Wäscherei und Ähnliches sowie die Tatsache, dass das Gelände bereits dem Landeswohlfahrtsverband gehört.
Baubeginn ist 2009, schon 2010 soll das Gebäude fertiggestellt sein. Zur Höhe der Investitionen konnte Erwin Gruber noch keine Angaben machen.
Unklar ist noch, ob und wo eine Tagesstätte für die Bewohner der Einrichtung gebaut wird und ob möglicherweise ein bestehendes Gebäude, zum Beispiel auf dem ZSP-Gelände, dafür genutzt werden könnte.
Quelle: Frankenberger Zeitung - Datum: 25.10.2008 - Text und Foto: Andrea Pauly
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Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie erhält zum zweiten Mal das KTQ-Zertifikat
2005 erwarb die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina als erste Psychiatrie in Hessen ein Zertifikat der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) für ihr Qualitätsmanagement. Rechtzeitig vor Ablauf der dreijährigen Gültigkeit dieses Zertifikates unterzog sich die Klinik in diesem Jahr einer Rezertifizierung zur Verlängerung des Qualitätssiegels.
Vor drei Jahren musste die Klinik darlegen, welche Maßnahmen und Prozesse sie zur Sicherstellung der Qualität ihrer Leistungen aufgebaut hatte. Diesmal lag der Schwerpunkt auf der Überprüfung und der Wirksamkeit der Maßnahmen sowie der daraus abgeleiteten Verbesserungen.
Zur Vorbereitung hatte die Klinik einen Selbstbewertungsbericht erstellt, der in den Kategorien Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Information,
Krankenhausführung und Qualitätsmanagement zu über 700 Fragen Stellung nahm. In einer Visitation überprüften drei Fachleute, ein Chefarzt, ein Pflegedirektor und ein Ökonom die Übereinstimmung des Berichts mit der Wirklichkeit in der Klinik. Über 300 Dokumente der Klinik wurden geprüft. In Begehungen und Dialogen stellten sich insgesamt 42 MitarbeiterInnen vom Ärztlichen Direktor bis zur Krankenpflegeschülerin den präzisen und fachkundigen Fragen der Visitoren. Am Ende der Visitation empfahlen die Visitoren die Vergabe des Zertifikats an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie hoben in ihrer Zusammenfassung die Stärken und Verbesserungspotentiale der Klinik hervor. Besonders lobten sie die Zusammenarbeit des multiprofessionellen Behandlungsteams, den offenen Führungsstil mit Einarbeitungskonzept und umfassendem Fortbildungskonzept, die Gewährleistung der Sicherheit der Patienten, die umfangreiche Information der Patienten, Kostentransparenz und Analysestärke des Finanz- und Rechnungswesens und die Einbindung der Mitarbeiter in das Qualitätsmanagement.

In einer Feierstunde, zu der neben Freunden und Förderern der Hainaer Einrichtung auch der Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Uwe Brückmann, gekommen war, wurde nun das Zertifikat durch den Repräsentant der Gesellschafter der KTQ-GmbH, Herrn Theo Riegel, übergeben. „ Die Zukunft der Kliniken ist eng verknüpft mit deren Leistungsfähigkeit auf wirtschaftlichem und auf strukturellem Gebiet. Mit der KTQ-Rezertifizierung hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina einen weiteren Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft getan. Dafür gebührt allen Beteiligten Dank und Anerkennung“ , so Brückmann in seiner Festansprache. Auch Geschäftsführer Jürgen Hammerschlag und Ärztlicher Direktor Dr. Rolf Speier bedankten sich bei den Mitarbeitern der KfPP für die tatkräftige und sachkundige Unterstützung und lobten deren hohe Sachkompetenz und deren Engagement während der Rezertifizierung. Mit solchen Mitarbeitern könne man getrost in eine hoffnungsfrohe Zukunft blicken und er sei sich sicher, auch in drei Jahren, wenn das jetzt erlangte Zertifikat abläuft, wieder erfolgreich zur Rezertifizierung antreten zu können, so Hammerschlag.
Text: Martina Caspari (ZSP-Haina)- Fotos: Marise Moniac (HNA)
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Vom „Tollenkloster“ zum Zentrum für Soziale Psychiatrie
Heute vor 475 Jahren hat Landgraf Philipp „der Großmütige“ das „Hohe Hospital“ in Haina gegründet – Ein Geschichtsabriss
Haina. Es zählt zu den segensreichsten Einrichtungen, die je ein Landesfürst hinterlassen hat – das Hospital in Haina, dessen Stiftungstag sich am heutigen Dienstag zum 475. Male jährt. Das ist keineswegs übertrieben, denn mit der Einrichtung der vier sogenannten Hohen Hospitäler in Haina, ebenfalls noch 1533 in Merxhausen, 1535 in Hofheim und 1542 in Gronau war Landgraf Philipp „der Großmütige“ von Hessen seiner Zeit weit voraus:

Der bedeutende Frankenberger Künstler Philipp Soldan schuf 1542 den "Philippstein" in der Hainaer Klosterkirche zum Gedenken an den Begründer der "Hohen Hospitäler".Gab es damit doch zum ersten Mal in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, die Möglichkeit einer Unterbringung und Versorgung von Geisteskranken in einer Anstalt. Bis dahin hatte es für sie keine besondere Form der Fürsorge gegeben.
Sechs Jahre zuvor waren im Zuge der Reformation die Klöster in Hessen aufgehoben worden, ihr Besitz fiel an den Landesherren – Historiker sprechen von einer „Säkularisierung“, also „Verweltlichung“ der Kirchengüter. Bekanntlich war Landgraf Philipp (1504 – 1567) einer der frühesten Anhänger Martin Luthers unter den deutschen Fürsten, später führte er den „Schmalkaldischen Bund“ der Protestanten.
Bis zur Reformation hatte im Wesentlichen die katholische Kirche die Armenpflege wahrgenommen. Mit der „Säkularisierung“ kirchlicher Einrichtungen fiel diese Aufgabe in die Hand der weltlichen Obrigkeit. Der sich damals entwickelnde moderne Territorialstaat nahm sich der Wohlfahrt seiner Untertanen in einem immer stärkeren Maße an.

Der Vorsteher des Hohen Hospitals, Heinz von Lüder, empfängt die Abgeordneten des Kaisers Karl V. - Eine Zeichnung aus dem Jahr 1920.
Die Stiftung der Hohen Hospitäler war Teil eines umfassenden Programms zur Neuordnung der Versorgung von armen, alten und kranken Menschen in der Landgrafschaft. Dazu gehörten außerdem der Aufbau und die Ordnung des Kastenwesens bei den Pfarreien, mit dessen einnahmen die Armen unterstützt werden sollten. Außerdem gab es Verbesserungen oder Neugründungen von Hospitälern in den Städten.
Für die Landbevölkerung
Die Hohen Hospitäler hatten als Einzugsgebiet das gesamte Territorium der Landgrafschaft. Auch das war neu. Nach dem Willen des Stifters sollten sie ausschließlich der Landbevölkerung zugute kommen, wobei Haina und Gronau bei. St. Goarshausen für die Aufnahme von armen, alten und kranken Männern, Merxhausen und Hofheim für Frauen bestimmt waren – Gronau ist übrigens im Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648 untergegangen, es wurde danach nicht wieder als Hospital genutzt. Nach dem Tod Philipps 1567 und der Teilung des Landes unter seine Söhne wurden die Hohen Hospitäler ungeachtet aller politischen und konfessionellen Differenzen von den verschiedenen hessischen Linien weiterhin gemeinsam verwaltet.

Der Lettner trennt noch den Chorraum vom Kirchenschiff der Laien - doch die Mönche des katholischen Zisterzienser-Ordens mussten ihr Kloster nach Einführung der Reformation in Hessen 1527 räumen.
Diese sogenannte Samtverwaltung hatte ihren Sitz in Haina, weil es das größte und reichste der vier Landeshospitäler war. An deren Spitze stand ein Obervorsteher. Diese Ordnung endete erst 1810 in der napoleonischen zeit. Im Stiftungsbrief für das Hainaer Hospital vom 26. August 1533 bekundet Landgraf Philipp, er habe das vormalige Zisterzienserkloster nach Abfindung der Ordensleute zum Lobe Gottes „zu eynem Spital unnd erhaltung armer leute“ verordnet.
Nur sechs Aufwärter
Die Zahl der Insassen war ursprünglich auf 100 beschränkt. Doch stieg sie schon im Laufe des 16. Jahrhunderts stark an, 1550 waren es 176 Menschen, die vom Hospital unterhalten wurden, hundert Jahre später bereits über 300 und 1803 fast 400. Die wurden damals von nur sechs Pflegern betreut, den sogenannten Aufwärtern. Durch den Bau von neuen Gebäuden versuchte die Regierung, mit dem Andrang Schritt zuhalten.

In den Räumen am Kreuzgang des ehemaligen Klosters waren anfangs die "Pfleglinge" untergebracht. Im Garten hatten sie Ausgang.
Vom ehemaligen Klosterbesitz blieb etwa ein Fünfteil beim Hospital und diente zu seiner „Fundation“, also dem wirtschaftlichen Überleben der Stiftung. Er bestand zum größten Teil aus Grund und Boden, der an lehnsabhängige Bauern ausgegeben war. Die mussten als Gegenleistung für die Nutzung jährlich einen bestimmten Teil des Ertrags aus ihren Gütern in Form von Naturalien wie Getreide, Federvieh und Eier sowie Geld ans Hospital abliefern.
Hinzu kamen die Erträge aus den umfangreichen Waldungen sowie die Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte der drei hospitaleigenen Eisenhütten in Rommershausen, Dodenhausen und Fischbach.
Über die Aufnahme ins Hospital entschied in jedem einzelnen Fall der Landgraf. Die Anträge mussten an ihn persönlich gerichtet werden. Sie beinhalteten in der Regel das Gesuch des Betreffenden, seiner Angehörigen oder der Gemeinde und dazu die Stellungnahme des zuständigen Amtmanns sowie des Pfarrers. Ab 1728 wurde auch ein ärztliches Attest gefordert. Voraussetzung für die Aufnahme waren vor allem Armut und Krankheit und ein christlicher Lebenswandel.
Dementsprechend gestaltete sich das leben im Hospital währen der gesamten frühen Neuzeit. In vielem wirkte die alte Klosterordnung nach, was auch darin zum Ausdruck kam, dass die Insassen noch lange als „Brüder“ bezeichnet wurden. Wie im Kloster, so spielten auch im Hospital Gebet und Arbeit eine zentrale Rolle. Sie gliederten den Tagesablauf und stellten gleichzeitig ein Disziplinierungsmittel dar.
Morgens nach dem Aufstehen versammelten sich alle zur Andacht in der Kirche, beim Mittagsmahl wurde aus der Bibel vorgelesen, und der Abend endete wiederum mit einer Andacht. Wer sich dem verweigerte, wurde bestraft, bis hin zur Ausweisung aus dem Hospital.
Demgegenüber spielte die medizinische Versorgung der Hospitaliten nur eine untergeordnete rolle. Für körperliche Leiden standen „Chirurgen“ zur Verfügung. Sie waren aber keine akademisch gebildeten Ärzte, sondern Handwerker, die Brüche schienen und den Kranken zur Ader lassen konnten.
Bei schwereren inneren Erkrankungen wurde ein Arzt von auswärts geholt. Erst seit 1821 gab es in Haina einen ständigen Hospitalarzt.
Moderne Therapien lösen Die „Irrenpflege“ ab
In den ersten Jahrhunderten seines Bestehens waren im Hospital praktisch alle Krankheitsbilder vertreten. Der Historiker Dieter Jetter schreibt: „Dort strömten zusammen: Arme, Gebrechliche, Blinde, Lahme, Stumme, Taube, Wahnwitzige und Mondsüchtige, Sinnverrückte und Besessene, Missgestaltete (Krüppel), Aussätzige und Abgelebte, Höckrige und Wassersüchtige, Gebrochene und Schlagberührte.“
Wegen seines hohen Anteils an Geisteskranken wurde es auch das „Tollenkloster“ genannt. Getrennt nach ihren Gebrechen waren sie anfangs in den Räumen der Mönche im Kreuzgang des ehemaligen Klosters untergebracht.
Es wäre demnach völlig falsch, sich das Hospital der frühen Neuzeit als ein Krankenhaus oder eine Klinik im heutigen Sinne vorzustellen. Den Geisteskrankheiten standen die Menschen bis weit ins 19. Jahrhundert hinein vollkommen hilflos gegenüber, Therapieansätze gab es kaum.
Bis zum Beginn der Aufklärung glaubten die Menschen, dass Krankheiten und besonders Geisteskrankheiten durch verseuchte Luft oder schlechte Körpersäfte entstünden.

Dieser Stuhl zur Fixierung von Patienten steht heute im Hainaer Psychiatriemuseum. (Foto: Hecker)
Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trat die medizinische Sichtweise immer stärker in den Vordergrund, Akademiker versuchten, die Krankheiten in wissenschaftliche Begrifflichkeiten zu fassen und zu kategorisieren und auf dieser Grundlage Behandlungsmethoden zu entwickeln.
Die Geisteskranken wurden von den körperlich Kranken immer mehr abgesondert und in eigenen Anstalten untergebracht. Ihre Leichen wurden zum Zweck der Forschung seziert. Es war dies der Beginn der modernen Psychiatrie.
Zum Gedenken an den Gründer des Hohen Hospitals zu Haina wurde 1904 eine Statue des Landgrafen Philipp aufgestellt - damals wurde der 400. Geburtstag des Herrschers gefeiert.
In Haina liefen bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts Versuche mit dem Galvanismus, also mit Strom. Seit 1815 war das Hospital „Pflege- und Versorgungsanstalt für preßhafte, und insbesondere für verrückte, wahnsinnige, hülflose, blinde und epileptische Personen“. Die klare Zweckbestimmung zugunsten der „Irrenpflege“ kam erst Ende des 19. Jahrhunderts. Nach der Errichtung der „Irrenheilanstalt“ bei Marburg 1876 wurden im Hainaer Landeshospital nur noch unheilbare Fälle aufgenommen – eine Regelung, die bis 1927 bestand.

Das Refektorium der Hainaer Zisterzienser-Mönche wurde nach der Umwandlung in ein "Hohes Hospital" weiter benutzt - heute ist es auch als Winterkirche bekannt.
Seit Anfang der 1880er-Jahre wurden unter der Regie des Haina übergeordneten Bezirkskommunalverbands in Kassel zahlreiche neue Gebäude errichtet und damit die Kapazität deutlich erhöht. Lag die Zahl der „Pfleglinge“ 1890 bei 447, verdoppelte sie sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 auf fast 900. Und 1891 erhielt Haina erstmals einen ärztlichen Direktor.
Seit Anfang der 1880er-Jahre entstanden in Haina einige Neubauten für die Psychiatrie - dieses Haus nutzt heute die Gerichtsmedizin, die Veranda wurde abgebrochen.
Eine Einfahrt zum dicht bebauten Hainaer Klostergelände.
1927 wurde aus dem bisherigen Landeshospital die „Heil- und Pflegeanstalt“. Unter der Direktion vor Dr. Karl Wickel (1919 bis 1935) fanden die psychiatrischen Reformen der Weimarer Zeit Eingang in Haina. Er war ein Anhänger des Gütersloher Psychiaters Hermann Simon und der von ihm entwickelten „Aktiveren Therapie“ – der heutigen Arbeits- und Beschäftigungstherapie, auch Ergotherapie genannt. Ärzte sprachen jetzt nicht mehr von „Irren“, sondern von „Geisteskranken“. Dr. Wickel machte sich auch als eifriger Erforscher der Geschichte des Klosters und des Hospitals einen Namen.
Das Klostergelände um 1910. Die Klosterkirche hat bereits ihren markanten Turm erhalten, der eigentlich nicht zur Lehre der Zisterzienser passt. Viele der Wirtschaftsgebäude und der Gärten im Vordergrund sind heute verschwunden.
Düsteres Kapitel ab 1933
1933 übernahmen die Nationalsozialisten Hitlers auch in Haina das Kommando. Damit begann das dunkelste Kapitel seiner Geschichte Im Juli 1933 wurde das „Gesetz zur Vergütung erbkranken Nachwuchses“ erlassen, auf dessen Grundlage in der Folgezeit eine große Zahl von Patienten aus Haina zwangssterilisiert wurden.
Die Propaganda der Nazis diffamierte die psychisch kranken und geistig behinderten Menschen systematisch als „minderwertig“, als „Defektmenschen“, als „leere Menschenhülle“ und „Ballastexistenzen“ – sie sprach ihnen schlichtweg das Recht auf Leben ab.
Schon vor dem Zweiten Weltkrieg wurden die Pflegesätze gekürzt und Patienten aus anderen Einrichtungen, vor allem aus kirchlichen Pflegeheimen wie Bethel und Hephata, nach Haina verlegt, um die dortigen Kapazitäten bis zum Äußersten auszunutzen. So stieg die durchschnittliche Belegungsstärke von 800 Patienten im Jahr 1937 auf 1200 an.
Der Krieg eröffnete den Nazis die Möglichkeit, neben den Juden auch die Geisteskranken zu ermorden. Im Herbst 1939 gab Hitler den Startschuss für das „Euthanasie“-Programm, durch das nach Schätzungen bis Kriegsende bis zum 200.000 psychisch Kranke und geistig Behinderte ihr Leben verloren haben. Als Erstes traf es die jüdischen Patienten.
Aus Haina wurde im September 1940 insgesamt 30 Patienten zunächst in die Sammelanstalt in Gießen verlegt und am 1. Oktober in der Euthanasie-Mordanstalt Brandenburg an der Havel vergast.
Von April bis August 1941 wurden 478 weitere Patienten nach Hadamar verschleppt und dort in einer als Dusche getarnten Gaskammer ermordet. Die Gesamtzahl der im Rahmen der NS-Euthanasie ermordeten Patienten aus Haina beträgt 514.
Die Lebensbedingungen für die übrigen Patienten waren katastrophal. Sie litten unter Hunger, Kälte und qualvoller Enge. Die Sterblichkeitsrate schnellte im Laufe des Krieges extrem in die Höhe.
Nach dem Krieg normalisierten sich die Verhältnisse nur allmählich. Die Folgen der Nazizeit blieben noch lange spürbar. 1953 wurde in Hessen der Landeswohlfahrtsverband gegründet, der die bisherigen Bezirkskommunalverbände Kassel und Wiesbaden ablöste. 1957 wurde die Landesheilanstalt in Haina in „Psychiatrisches Krankenhaus“ umbenannt.
In der Trägerschaft des LWV hat sich Haina vor allem in den zurückliegenden drei Jahrzehnten zu einer modernen und leistungsstarken Einrichtung für die Behandlung und Betreuung seelisch kranker und geistig behinderter Menschen fortentwickelt.
In diese Zeit fällt die Gründung der Klinik für forensische Psychiatrie 1977 für die Behandlung von erwachsenen psychisch gestörten Rechtsbrechern, die bis heute Modellcharakter besitzt. 1989 kam die Heilpädagogische Einrichtung zur Betreuung und Förderung von geistig Behinderten hinzu. Mit der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, dem Wohn- und Pflegeheim und dem Gutshof als fünftem Betriebszweig bilden sie seit 1998 das Zentrum für Soziale Psychiatrie.
Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung - Datum: 26. und 27.08.2008 -
Text: Dr. Horst Hecker - Fotos: Frankenberger Zeitung, Archiv
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Vor 75 Jahren: Haina feiert Hohe Hospitäler unter dem Hakenkreuz - Festtag als Propagandaschau
400-Jahrfeier: Tausende von Menschen kamen im August 1933 zum Jubiläum Landesheilanstalt Haina
Haina Kloster. Im Mai dieses Jahres erinnerte der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) bei einem zentralen Festakt in der Hospitalkirche an die Gründung der vier Hohen Hospitäler in Hessen, darunter auch Haina, gestiftet von Landgraf Philipp dem Großmütigen mit Urkunde vom 26. August 1533. Dabei wurde auch die 475-jährige Entwicklung vom Hainaer Armenhospital bis zum modernen Zentrum für Soziale Psychiatrie geschildert
„Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen Menschen, die krank, behindert, sozial benachteiligt sind“ sei oberstes Ziel geblieben, versicherte LWV-Direktor Uwe Brückmann in der würdigen Gedenkveranstaltung vor 200 Gästen (die HNA berichtete ausführlich).
Propagandaschau
Vor 75 Jahren nutzte die NSDAP die 400-Jahrfeier der Landesheilanstalt Haina zu einer gewaltigen Propagandaschau im Zeichen des Hakenkreuzes, an der angeblich fast zehntausend Menschen aus ganz Nordhessen teilnahmen.
Die NS-Ideologen scheuten sich auch nicht, verquerste Verbindungslinien zu ziehen: „Wie sehr gerade die hochherzige Gründungstat Philipps des Großmütigen, am 26. August 1533, die Herzen des neuen nationalsozialistischen Deutschland bewegt, bewies der ganze volkstümlich gehaltene Stil der Jahrhundertfeier und vor allem die außerordentlich starke Beteiligung der nationalsozialistisch organisierten Wehrverbände, Arbeitslager und Kriegervereine des Kreises“, hieß es in der Lokalzeitung.
Ja, es wurde von den NS-Propagandisten sogar der unsägliche Vergleich des „gleichfalls reformatorischen deutschen Volkskanzlers Adolf Hitler“ mit dem durch die Reformation geprägten Philipp dem Großmütigen nicht gescheut: Auch der Landgraf und Hospitalvorsteher Heinz von Lüder hätten damals die „Zersetzungserscheinungen ihrer Zeit erkannt und überwunden“.
Sonderwagen aus Kassel
Tausende Menschen säumten im festlich geschmückten Haina am Sonntag, 27. August 1933, die Straßen, als aus Kassel die Sonderwagen eintrafen, darunter auch Teilnehmer der zuvor gehaltenen Gedenkfeier in Merxhausen. Die Ehrengäste wurden von Oberförster Göbel und Oberlandesmedizinalrat Dr. Wickel am alten Tor abgeholt und zum Landgraf-Philipp-Denkmal geleitet, wo der Hainaer Gesangverein mit Lehrer Grebe die Feier umrahmte. Prominentester Redner war Landeshauptmann Rabe von Pappenheim, weil der Oberpräsident, Prinz Philipp von Hessen, kurzfristig abgesagt hatte (siehe untenstehenden Artikel).

Anschließend faszinierte die Zuschauer ein „riesenhafter Festzug“ mit vielen historischen Motiven von der Klosterzeit bis zu Reformation, aber auch mit ätzendem Nazi-Spott über Philipp Scheidemann die die „traurigen Helden der Revolte von 1918“, bevor sich dann die „Abteilung Drittes Reich“ im Zug mit den „braunen Bataillonen Adolf Hitlers“ in einem Massenaufmarsch darstellte:

SS, SA, Jungvolk, BdM, HJ, Reichtsarbeitsdienst, Kreiskriegerverband (damals hatte er 23 Vereine mit 612 Mitgliedern!) und Turnerschaft.
Man traf sich auf dem hoch gelegenen Jahnplatz, wo der Festtag nach Reden, Erbsensuppe, Musik, Tanz und einem „bengalischen Feuerwerk“ am Abend endete.
Enttäuschung bei Besuchern
Prinz Philipp von Hessen-Nassau schichte 1933 nur eine Grußadresse nach Haina
Haina Kloster . Nicht nur die hohen Eintrittsgelder an den Hainaer Ortseingängen bedeuteten für die Festteilnehmer einen „Wermutstropfen im Freudenbecher“. Größte Enttäuschung der 400-Jahr-Feier Hohe Hospitäler am 27. August 1933 war, dass der angekündigte Oberpräsident, Prinz Philipp von Hessen-Nassau, seine Teilnahmezusage nicht einhielt.
Er sagte am Tag vorher ab, weil „unser Führer und Volkskanzler bei der morgigen Saarfeier am Niederwalddenkmal das Wort ergreifen“ werde und sein Platz als Oberpräsident sei „ wo der Führer den Boden unserer Provinz betritt“.

Dennoch hatte Philipp eine Grußadresse an die Hainaer Festversammlung geschrieben, in der er die „geordneten Bahnen“ der Fürsorge an Geisteskranken und die Entwicklung der Landesanstalten lobte. Seine Wünsche für die Anstalten Merxhausen und Haina gipfelten in rassenbiologischer NS-Phraseologie: „Möge in unseren Tages aus der unerschöpflichen Lebenskraft unserer herrlichen Bewegung wieder ein neues Geschlecht deutscher Männer und Frauen entstehen, so gesund an Leib und Seele, dass das Bedürfnis nach solchen Anstalten der Bewahrung und Pflege furchtbarsten menschlichen Elends immer mehr zurückgeht.“ Und der Prinz grüßte mit „Heil Hitler“.
Barbarei
Wie aus der „herrlichen Bewegung“ schon wenig später Barbarei wurde und wie mörderisch deren Anhänger dabei auch mit Kranken, Schwachen und Behinderten umgingen, haben Generationen bis heute schmerzhaft in Erinnerung. Auf dem Friedhof von Haina und im Zentrum für Soziale Psychiatrie erinnert der Landeswohlfahrtsverband heute in vorbildlicher Form an die Opfer.
Das Hitler-Regime deportierte insgesamt 514 Patienten aus Hain im Zuge der „Euthanasie“-Aktion in Gasmordanstalten und Konzentrationslager.
Quelle: Hessisch-Niedersächsiche Allgemeine - Datum: 26.08.2008 - Text und Bilder: Karl-Hermann Völker
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Regen konnte niemand gebrauchen - Sommerfest des Zentrums für Soziale Psychiatrie in Haina (Kloster) – Musik und Aktionen lockten viele Besucher
Haina (Kloster). Ein buntes Programm für jedermann gab es beim Sommerfest des Zentrums für soziale Psychiatrie (ZSP) in Haina, und entsprechend groß war das Getümmel auf dem Klinikgelände.
Geschäftsführer Jürgen Hammerschlag freute sich über das stabile Wetter – das Fest finde schließlich immer am ersten Juli-Sonntag statt, und da könne niemand Regen gebrauchen, erklärte er. Besonders begrüßte Hammerschlag das Landespolizeiorchester Hessen, das ein Wohltätigkeitskonzert angekündigt hatte.
Die Musiker auf der Festbühne ließen sich nicht lange bitten und unterhielten die Besucher mit schwungvollen Melodien. Auch der Posaunenchor Dodenhausen und die Band der Klinik trugen zur musikalischen Gestaltung am Nachmittag bei.

Über das Klinikgelände verteilt gab es Angebote verschiedener Art. Auf einer 300 Meter langen Go-Kart-Bahn testeten zum Beispiel meist jugendliche Rennfahrer ihre Begabung in Richtung Formel 1. Gemächlichere Gangarten waren beim Ponyreiten angesagt; immerhin durften da auch die Jüngsten schon mitmachen. Und wer es ganz gemütlich bevorzugte, genoss eine Spazierfahrt im Zweispänner.
Aus der Puste kamen die Benutzer der Hüpfburg, doch als Ausgleich mussten sie beim Kinderschminken eine Weile ganz still sitzen.
An anderer Stelle führten die Bewohner der Heilpädagogischen Einrichtung ihr Schwarzlichttheater auf, und an vielen Ständen wurden die fantasie- und kunstvollen Bastenarbeiten und Zeichnungen der Patienten zum Kauf angeboten.
Auf informative Angebote gab es, etwa die Vorstellung der Rettungshundestaffel des DRK aus dem Schwalm-Eder-Kreis oder einen Stand über Aromatherapie, Akupunktur und Akupressur, und die Taunus-Betriebskrankenkasse informierte über Gesundheitsrisiken und –vorsorge.
Viele Gäste interessierten sich für die Entwicklung der Kliniken und besichtigten den Neubau, er über 40 Patientenbetten verfügen wird.
Quelle: Hessisch-Niedersächsiche Allgemeine - Datum: 08.07.2008 - Fotos und Text: Marise Moniac
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Festgottesdienst zur Einweihung im Zentrum für Soziale Psychiatrie - Im „Raum der Ruhe“ neue Kraft schöpfen
Haina (Kloster). Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag der „Raum der Stille“ im neuen Stationsgebäude des Zentrums für Soziale Psychiatrie eingeweiht. In einer Prozession wurden Altarkerze, Bibel, Abendmahlskelch und Blumenschmuck von der Klosterkirche zu dem neuen Andachtsraum gebracht.

Geschäftsführer Jürgen Hammerschlag, Pfarrerin Nicola Haupt, Pfarrer Peter Kittel und Pfarrer Oliver Koch weihten gestern den neuen Raum der Stille ein
Der Gottesdienst begann in der Klosterkirche, deren Westschiff derzeit aufgrund von Sanierungsarbeiten vollständig eingerüstet ist. Pfarrerin Nicola Haupt, Referentin für Seelsorge im Landeskirchenamt Kassel, freute sich über die zahlreichen Gottesdienstbesucher, die es nicht möglich machten, den Festgottesdienst im neuen Raum der Stille abzuhalten. „Sonst müssen wir ja oft über zu wenige Besucher klagen.“
Sie hofft, dass Patienten, Mitarbeiter und Besucher in dem neuen Raum zur Ruhe kommen und aus der „erquickenden“ Ruhe neue Kraft schöpfen können. Dies soll durch das Fenster des niederländischen Künstlers Joost Caen gefördert werden. Das abstrakte Bild zeigt neben einem blauen Band, das das Wasser des Lebens symbolisieren soll, einen dunklen Balken, der von oben durch einen Lichtstrahl unterbrochen wird. Nur durch diesen Lichtstrahl sei der Blick nach außen möglich. Der Künstler hatte sich vor Ort über die Arbeit des Zentrums für Soziale Psychiatrie informiert und nach seinen Eindrücken das Fenster geschaffen.
Mit einer Prozession über das Klostergelände wurden Bibel, Abendmahlskelch, Altarkerze und Blumen zum neuen Andachtsraum gebracht.
Pfarrer Oliver Koch dementierte in seiner Ansprache das Gerücht, dass mit dem neuen Raum eine dritte Kirche in Haina geschaffen werden sollte. Der neue christliche Andachtsraum soll neben Gottesdiensten für die Stationen auch für Therapiezwecke genutzt werden. Außerdem soll er auch den Seelen der Mitarbeiter gut tun.
Die Ausstattung wurde sowohl von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck als auch vom katholischen Bistum Fulda finanziert. Nach der Prozession aller Gottesdienstbesucher über das Klostergelände wurde der Raum eingeweiht.
Dort hat jetzt die neue Bibel ihren Platz, die vom Bundespräsidenten Horst Köhler gestiftet worden war. Auch auf dem Altar der Klosterkirche liegt eine neue Bibel. Sie wurde vom Regierungspräsidenten Lutz Klein gestiftet.
Geschäftsführer Jürgen Hammerschlag lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Gestaltung des neuen Raums. „Endlich hat die Klinikseelsorge einen passenden Rahmen gefunden“. Neben der Kloster- und der Winterkirche wäre jetzt eine patientennahe Rückzugsmöglichkeit geschaffen worden.
Der Posaunenchor Dodenhausen sorgte unter der Leitung von Heinrich Vöhl für die musikalische Ausgestaltung.
Zu den Klängen des Posaunenchores Dodenhausen zogen alle Gäste und Besucher nach und nach in den neuen Raum der Stille ein.
Quelle: Waldeckische Landeszeitung, Frankenberger Zeitung - Datum: 07.07.2008 Text und Fotos: ug
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Sommerfest an der Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina gemeinnützige GmbH
und Tag der Offenen Tür bei
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
am 06. Juli 2008
am Sonntag, dem 06. Juli 2008, findet auf dem Gelände der Zentrum für Soziale Psychiatrie gemeinnützige GmbH wieder unser Sommerfest statt, das von den im Zentrum vereinten Einrichtungen, der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Klinik für forensische Psychiatrie, der Heilpädagogischen Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung und dem Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit seelischer Behinderung ausgestaltet wird.
Die Vorbereitungen sind mit viel Engagement und neuen Ideen getroffen worden.
Das Fest beginnt mit einem gemeinsamen Gottesdienst der um 11.00 Uhr in der Klosterkirche. Der Gottesdienst wird musikalisch umrahmt vom Posaunenschor Dodenhausen. Im Verlauf der Feier wird der Gottesdienst in den Raum der Stille im Stationsneubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ziehen und diesen einweihen und in Betrieb nehmen.
In den Straßenzügen ,,Heinz-von-Lüder-Weg'' und ,,An der Wohra'' erwarten die Besucher die unterschiedlichsten Attraktionen. Für die kleinen Gäste stehen eine Hüpfburg sowie eine Go-Cart-Bahn bereit. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Heilpädagogischen Einrichtung werden wieder ihr Schwarzlichttheater aufführen und natürlich fehlt auch das Kinderschminken nicht. Eine Pferdekutsche steht bereit und wer Lust hat, kann hiermit das Umfeld erkunden. Ponyreiten findet sich ebenso im interessanten und abwechslungsreichen Programm wieder, wie Glücks- und Geschicklichkeitsspiele. Für musikalische Unterhaltung sorgen der das Landes-Polizeiorchester Hessen sowie die Band der Klinik. Nach Lust und Laune kann das Tanzbein geschwungen werden.
Zur Stärkung bei soviel Aktivitäten ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Es besteht die Möglichkeit, sich an alkoholfreien Getränken, an Kaffee, selbstgebackenem Kuchen und Waffeln, Würstchen, Steaks, Gyros und Pommes zu laben.
Wer noch etwas Schönes zum Verschenken sucht, der ist beim Sommerfest in Haina genau richtig. Viele schöne Bastelarbeiten aus Stoff, Holz, Ton und Papier erwarten die interessierten Besucher genauso wie der Verkaufsstand der ZSP-eigenen Gärtnerei und die farbenfrohe Ausstellung der betriebseigenen Kunsttherapien. Daneben sind bei der großen Tombola viele wertvolle Preise zu gewinnen.
Den medizinisch interessierten Besuchern stehen am Stand der Aromatherapie, Akupunktur und Akupressur engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Verfügung, die gerne Fragen beantworten. Die Taunus BKK steht außerdem für Gespräche zur Verfügung.
Außerdem lädt die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie zum Tag der Offenen Tür in Ihren Stationsneubau zur Besichtigung ein.
Alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Freunde der Hainaer Einrichtungen sind eingeladen, einen abwechslungsreichen, schönen und fröhlichen Tag beim Sommerfest an der ZSP Haina gGmbH zu verbringen. Selbstverständlich sind auch die historische Klosteranlage, das Psychiatriemuseum sowie das Tischbeinhaus zur Besichtigung geöffnet.
Die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Einrichtungen würden sich sehr freuen, auch Sie an diesem Tag bei uns begrüßen zu können.
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Mensch im Mittelpunkt -
Landeswohlfahrtsverband feierte in Klosterkirche
475 Jahre Hohe Hospitäler

Man sieht von links den Festredner Prof. Dr. Gerhard Aumüller, den LWV-Beigeordneten Dr. Peter Barkey, Landgraf Moritz von Hessen, Regierungspräsident Lutz Klein, den Vorsitzenden der LWV-Verbandsversammlung Robert Bäcker, den Landtagsvizepräsidenten Lothar Quanz und ZSP-Geschäftsführer Jürgen Hammerschlag.
Von Karl-Hermann Völker
Haina-Kloster. Den Beginn einer "gezielten und flächenbezogenen Sozialpolitik" sieht Uwe Brückmann, Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), in der Gründung der vier Hohen Hospitäler vor 475 Jahren durch Landgraf Philipp den Großmütigen. Bei einem zentralen Festakt in der Hainaer Klosterkirche im Kreis von rund 200 Gästen, darunter auch Philipp-Nachfolger Moritz Landgraf von Hessen, schilderte er die Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in Hessen bis in die heutige Zeit.
Der Landeswohlfahrtsverband habe seit Ende der 1970-er Jahre den Umbau zu mehr teilstationären und ambulanten Angeboten in der Psychiatrie vorangetrieben, die Zahl der Tageskliniken wachse ständig. Hingegen sei die Bettenzahl in den LWV-Kliniken von 8000 noch 1974 auf mittlerweile 2600 zurückgegangen. "Geradezu explosionsartig vermehrte sich aber die Zahl der Behandlungen in den Institutsambulanzen auf über 110 000 jährlich", berichtete Brückmann.
Daneben habe sich eine Differenzierung und Spezialisierung mit neuen Kliniktypen und individualisierten Therapieformen entwickelt. Die Forderungen der Psychiatrie-Enquête nach Auflösung von "Langzeit-Stationen" zugunsten von Wohn- und Pflegeheimen, die gezielte Förderung von Selbsthilfestrukturen bis hin zu den vor zehn Jahren gegründeten Zentren für Soziale Psychiatrie, so auch in Haina, sei ein Markstein in der 475-jährigen Traditionslinie gewesen, sagte der LWV-Landesdirektor.

Hilfe oberstes Ziel
"Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen Menschen, die krank, behindert, sozial benachteiligt sind." Dies sei unabhängig von Kostendruck und Leistungsverdichtung in den Krankenhäusern oberstes Ziel des Landeswohlfahrtsverbandes geblieben, versicherte Brückmann.
In Vertretung der hessischen Landesregierung lobte der Kasseler Regierungspräsident Lutz Klein die Vorreiterrolle der Hohen Hospitäler und ihre Weiterführung bei der psychiatrischen Versorgung Hessens. Derzeit unterhalte der LWV zwölf gemeinnützige GmbHs, darunter neun regionale Zentren für Soziale Psychiatrie mit mehr als 8 500 Mitarbeitern. "Gerade in Haina und Merxhausen ist er ein bedeutender Arbeitgeber unserer nordhessischen Region", sagte Klein.
"Auch weiterhin gilt unser gesamtes Bestreben dem Wohl unserer Bewohner und Patienten", erklärte Jürgen Hammerschlag, Geschäftsführer des Zentrums für Soziale Psychiatrie Haina, in seinem Schlusswort. Erst kürzlich habe die Einrichtung bei einer Zertifizierung ihre Qualität wieder unter Beweis gestellt.

Schon Landgraf Philipp, der Hospitalgründer, war ein Freund der Jagd und der Musik. So bildeten die Jagdweisen und Fanfaren aus Barock und Neuzeit bis hin zu Beethovens "Freude schöner Götterfunken", geblasen von der Parforcehorn-Bläsergruppe Frankenberg unter Leitung von Gerd Lohmann, den passenden musikalischen Rahmen des Festaktes. Im hohen gotischen Raum hielt der Nachhall der Hörner über Sekunden an, dann gab es begeisterten Beifall. Im Anschluss trafen sich die Gäste zum Empfang in Kreuzgang und Innenhof.
Quelle: HNA 20.05.2008
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Hessen feiert seine hohen Hospitäler

Hessen feiert seine hohen Hospitäler
Haina/Merxhausen. Mit einer Festveranstaltung feiern das Land und der Landeswohlfahrtsverband (LWV) am morgigen Dienstag, 20. Mai, die Umwandlung der Klöster Haina im Kreis Waldeck-Frankenberg und Merxhausen (Kreis Kassel) in so genannte "Hohe Hospitäler" vor 475 Jahren.
Landgraf Philipp von Hessen legte den Grundstein für eine damals einzigartige Sozialpolitik. Zwei weitere Hospitalsgründungen in Hofheim (heute Riedstadt) und Gronau im heutigen Rheingau-Taunus-Kreis schlossen sich an.
Soziale Zentren
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Heilanstalten in Haina und Merxhausen zu modernen psychiatrischen Krankenhäusern. 1998 schließlich schuf der Landeswohlfahrtsverband mit beiden Häusern Kernstücke der neu gegründeten Zentren für soziale Psychiatrie.
Der Festakt "475 Jahre Hohe Hospitäler" beginnt morgen um 10 Uhr in der Klosterkirche von Haina. Grüße werden Uwe Brückmann, Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, und Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, überbringen. Den Festvortrag hält Professor Dr. Gerhard Aumüller (Marburg) über "Verwaltungs- und Finanzgeschichte der Hohen Hospitäler". Für den musikalischen Rahmen sorgen die Parforcehorn-Bläser aus Haina. (jum/zve)
Quelle: HNA
Datum: 18.05.2008
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Wohngruppen des Zentrums für Soziale Psychiatrie ziehen in alte Frankenauer Oberförsterei
In eigenen Wohnungen viel mehr Privatsphäre
Frankenau. 1991 bezogen acht Klienten des Wohn- und Pflegeheims im Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina ein Haus im Frankenauer Randweg. Nach 17 Jahren wechseln die seelisch Kranken jetzt ihr Zuhause. Die Wohngemeinschaften ziehen um in die alte Oberförsterei im Pfaffenheckenweg.

Die Kisten für den Umzug sind gepackt: Die Frankenauer Wohngruppen des Hainaer Zentrums für soziale Psychiartie (ZSP) ziehen in die alte Oberförsterei im Pfaffenheckenweg in Frankenau um. (Foto:leb)
Nachdem der Kindergarten im vergangenen Jahr aus dem Erdgeschoss ausgezogen und die freiwillige Feuerwehr aus dem Dachgeschoss in die alte Post umgezogen war, stand das mehr als 100 Jahre alte Gebäude im Pfaffenheckenweg leer.
„Wir wollten nicht irgendein Gebäude, sondern etwas, das Lebensqualität biete“, zeigte Erwin Gruber die vielen Vorzüge der alten Oberförsterei auf: Das Gebäude liege zentraler, eröffne den Patienten mehr Möglichkeiten und erleichtere ihnen somit das Leben. „Ärzte, Bäcker oder Einkaufsmärkte liegen in der unmittelbaren Umgebung und sich daher viel leichter zu erreichen.“
Der Leiter des Wohn- und Pflegeheims des ZSP begründete den Ortswechsel auch mit dem Zustand des Gebäudes im Randweg.
Mit der Stadt Frankenau als Eigentümer des Gebäudes verständigten sich die ZSP-Mitarbeiter darauf, das Erdgeschoss und das Dachgeschoss für vorerst zehn Jahre zu mieten. Die vier Bewohner der mittleren Etage verfügen über einen eigenen Mietvertrag mit der Stadt.
„Die Bewohner hatten schon Angst vor der Veränderung“, sagte Erwin Gruber gestern. Aber die Betreuer planten gemeinsam mit den seelisch Kranken den Umzug und besichtigten mehrfach das neue Zuhause, um sie an die neue Umgebung zu gewöhnen. „Wir waren erst dagegen umzuziehen. Wir wollten bleiben, wo wir waren. Denn wir sind ja zum Teil schon über 60“, berichtete Bewohner Rolf Steckmann über die anfänglich Skepsis. „Wir wussten nicht, was uns erwartet“, sagte er. „Aber jetzt ist alles viel schöner“. Im Erdgeschoss und im Dachgeschoss leben je zwei Bewohner in einer Wohngemeinschaft. Außerdem befinden sich im Parterre ein Gruppenraum für gemeinsame Feiern und wöchentliche Treffen sowie das Büro der Betreuer. Die mittlere Etage wird von vier Klienten bewohnt.
Die Stadt Frankenau hat 25.000 Euro für die Renovierung der alten Oberförsterei ausgegeben. Die Raumaufteilung wurde durch den Abriss alter und das Errichten neuer Wände geändert, das Parkett abgeschliffen und alle Zimmer weiß gestrichen. Die Bewohner durften anschließend ihre Räume nach Belieben gestalten. Jede Wohngemeinschaft teilt sich eine Küche mit Aufenthaltsraum und ein Bad. Die Mieter des Dachgeschosses verfügen sogar über zwei Toiletten und bewohnen zusammen 90 Quadratmeter.
Ziel: Individuelle Förderung
Drei Mitarbeiter betreuen die seelisch kranken Klienten. Horst Schäfer ist als Vollzeitkraft eingestellt und leitet das Betreute Wohnen. Ob sie in einer Wohngemeinschaft oder lieber alleine leben möchten, wird den Patienten überlassen. „Wir sind flexibel, bei uns kann jeder Wünsche äußern“, betonte Gruber. „Unsere Aufgaben ist es, unsere Patienten individuell zu fördern“, sagte Schäfer Wer selber einkaufen oder auch putzen könne, der übernehme die Aufgaben. Der Großteil der Bewohner arbeitete bei der Lebenshilfe in Schreufa. Anderen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten, wird ein vielfältiges Angebot mit Kunst- und Arbeitstherapie geboten. „Jeder soll beschäftigt werden, um einen Rhythmus zu entwickeln“, sagte Schäfer.
Acht seelisch Behinderte teilen sich künftig das große Gebäude, sechs Männer und zwei Frauen. Anders als bisher lebt jede Wohngemeinschaft in einer eigenen Wohnung, um mehr Privatsphäre zu haben. Außer dem Betreuten Wohnen in Frankenau unterhält das ZSP noch eine Wohngemeinschaft in Haina und betreut eine Klientin in Vöhl.
Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung - Datum: 27.03.2008 -
Text und Foto: leb
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„Die Lage ist optimal“ - Projekt „Betreutes Wohnen“ ist jetzt in der ehemaligen Oberförsterei zuhause
Frankenau . Es herrscht wieder Leben in der alten Oberförsterei am Pfaffenheckenweg: Nachdem die Gruppe des evangelischen Kindergartens vor anderthalb Jahren die Räume im Erdgeschoss geräumt hat, ziehen derzeit die Bewohner des zum Wohn- und Pflegeheim Haina gehörenden Projekts „Betreutes Wohnen“ ein.

Packen mit an: Gruppenleiter Horst Schäfer (dritter von rechts) mit einigen Bewohnern und Helfern vor dem alten Forstamt. Die meisten Möbel sind mittlerweile in dem neuen Quartier untergebracht.
„Die Lage in der Ortsmitte ist optimal“, sagt Gruppenleiter Horst Schäfer. 17 Jahre lang sei das Projekt „Betreutes Wohnen“ zuvor am Randweg in Frankenau zuhause gewesen. Nun folgt gemeinsam mit den Bewohnern der Umzug in die frisch renovierten Räume in die Nähe des Rathauses.
Das bringt eine Reihe von Vorteile. „ Das Haus liegt beispielsweise viel zentraler“, sagt Schäfer. Damit seien die Wege zu den Arztpraxen, zur Apotheke und den Geschäften kürzer. Ein wichtiger Aspekt, da einige Bewohner eingeschränkt sind.
Ein weiterer Vorteil sei außerdem die Raumaufteilung: In den ehemaligen Räumen des Kindergartens und im zweiten Stock hat die Stadt für 25.000 Euro die Böden neu gemacht, Wände eingezogen und Anschlüsse für Küchen anbringen lassen. Damit ist das ehemalige Forsthaus nun optimal geeignet, um vier Wohngruppen mit jeweils zwei Bewohnern zu beheimaten.
Gleichzeitig sind im Erdgeschoss ein Gruppenraum und ein Büro für Geuppenleiter Schäfer entstanden. „Die Raumaufteilung ist ein Verbesserung gegenüber dem Haus am Randweg, da wir dort keine abgeschlossenen Wohngruppen hatten“, sagt der Fachkrankenpfleger für Psychiatrie. Dieser Wohnheimcharakter sei nicht optimal gewesen.
Bewohner voll akzeptiert
Die Situation in dem neuen Haus ist dagegen viel angenehmer, finden auch die Bewohner, die bereits seit einigen Tagen in den neuen Räumlichkeiten leben. Und auch Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat ist froh, dass das Haus künftig für das Betreute Wohnen genutzt wird. „Es ist toll, dass die Bewohner nun in das Forsthaus ziehen“, sagt er. Vor allem, da sie ohnehin im Ort voll akzeptiert seien. „Daher haben wir auch das Geld für die Modernisierungsarbeiten gerne gegeben.“
In den kommenden Tagen sollen nun die restlichen Möbel in die neuen Wohnungen gebracht werden. Damit auch die letzte Wohngruppe umzeihen, kann, muss außerdem die Feuerwehr noch das oberste Stockwerk räumen. Sie zieht unterdessen in Räume in der alten Post, die die Brandbekämpfer in den vergangenen Wochen renoviert haben.
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine - Datum: 27.03.2008 - Text und Foto: Marie Klement
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Kopf der Woche - Jürgen Hammerschlag
Jürgen Hammerschlag ist Geschäftsführer des Zentrums für Soziale Psychiatrie Haina gGmbH in Haina Kloster, eine Einrichtung mit 1200 Mitarbeitern. Der 57-Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Womit beschäftigen Sie sich am liebsten in der Freizeit ?
Lesen und Gartenarbeit.
Wie halten Sie sich fit?
Tennisspielen und Walking.
Was sind Ihre positiven Eigenschaften?
Ich will mich immer verbessern und weiterentwickeln.
Was verabscheuen Sie am meisten?
Unaufrichtigkeit und falsche Freunde.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie ändern?
Den Menschen wieder mehr Freude an den kleinen Dingen des Lebens vermitteln.
Ein unerfüllter Traum?
Ein Galadiner bei Starkoch Paul Bocuse, dem Vertreter der Novelle Cuisine.
Welches Buch hat Sie zuletzt gefesselt?
„Der blockierte Riese“ von Manfred Lütz
Welchen Film können Sie sich immer wieder anschauen?
„Die Jury“ von John Grisham.
Womit verwöhnen Sie Ihren Gaumen?
Mit einem trockenen Riesling aus dem Rheingau.
Was legen Sie auf, wenn Sie gute Musik hören wollen?
Opernmelodien
Wo verbringen Sie am liebsten Ihren Urlaub?
In der Mittelmeerregion.
Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Optimismus und Überlebenswille.
Was war für Sie die Schlagzeile der vergangenen Woche?
Der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst.
Welchen Wunsch möchten Sie sich gerne noch erfüllen?
Eine Weltreise
Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Positiv denken und den Blick immer nach vorn ausrichten.
Nach Regen folgt auch wieder Sonnenschein.
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine - Datum: 04.04.2008
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Tag der offenen Tür und Jubiläum im ehemaligen Kloster
HAINA (KLOSTER) (apa). Die Bauarbeiten schreiten voran: Schon jetzt ist deutlich zu erkennen, wie das neue Gebäude der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie aussehen wird, wenn es fertig ist. Die Eröffnung der neuen Stationen mit einem Tag der offenen Tür am 25. Mai ist aber nicht der einzige Grund zum Feiern: Der Landeswohlfahrtsverband feiert im selben Monat das 475-jährige Bestehen der Psychiatrien in Haina und Merxhausen.

Am 26. August 1533 stiftete Landgraf Philipp der Großmütige die Hohen Hospitäler an den damaligen Klöstern in Haina und Merxhausen. Zum ersten Mal waren damit Refugien geschaffen, die auch arme Bürger nutzen konnten. Zwei weitere Hohe Hospitäler folgten in Riedstadt (damals Hofheim) und in Gronau nahe der Grafschaft Katzenellenbogen am Rhein. Letzteres wurde im 30-jährigen Krieg zerstört und nicht mehr aufgebaut, so dass heute nur noch drei einstige „Hospitäler“ erhalten sind. Aus den Hohen Hospitälern entstanden Heil- und Pflegeanstalten, die seit 1953 in Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen zu Psychiatrischen Krankenhäusern entwickelt wurden. Die heutigen, 1998 entstandenen Zentren für Soziale Psychiatrie werden seit 2007 als gemeinnützige GmbH des Landeswohlfahrtsverbandes geführt. Am 20. Mai feiert der Landeswohlfahrtsverband das 475-jährige Bestehen mit einem Festakt. Das neue L-förmige Gebäude der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nimmt derweil Gestalt an. Während der lange Flügel (parallel zur Straße nach Battenhausen) von außen bereits fertig erscheint, ist der Rohbau des kurzen Flügels noch unter Schutzplanen verborgen. Und auch das Gelände rund um die Baustelle sieht noch abenteuerlich aus: Die geplanten Rasenflächen, Beete und Wege werden erst zum Schluss angelegt. Für den 25. Mai ist ein Tag der offenen Tür geplant, an dem sich die Bevölkerung ein Bild von der neuen Klinik und den Stationen machen kann. Mehr lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Frankenberger Zeitung.
Veröffentlicht am 31.03.2008 - Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung -
Foto und Text: Andrea Pauly
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Das Ethik Komitee in Haina besteht seit drei Jahren
Seit gut drei Jahren besteht das Klinische Ethik Komitee (KEK) der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina. Es besteht aus fünf Mitgliedern:

Marianne Spiel, Fachkrankenschwester für Psychiatrie, Stationsleitung Station 21 - Christel Holst, Oberärztin Station 14/2 - Markus Netzer, Oberarzt Station 14/1 - Pfr. Oliver Koch, Klinikseelsorger - Konrad Seibel, Patientenfürsprecher
Das KEK trifft sich regelmäßig, um aktuelle oder grundlegende ethische Themen zu besprechen. Die Themenwahl entstand entweder in der Gruppe, kam aus der beruflichen Alltagserfahrung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, war eine Folgebesprechung aus einer Fortbildung oder nahm aktuelle Anfragen bzw. Ereignisse auf. Darüber hinaus waren die Mitglieder des KEK auch ansprechbar für Anfragen, die von einzelnen Stationen, von den Mitarbeitern oder Patienten kamen.
Im Jahr 2007 hat sich das KEK neun Mal im Rahmen der Gruppe getroffen. Als Jahresthema stand das Thema „Suizid“ und daran wurde besonders intensiv gearbeitet. Dieses Thema hat auf Vorschlag des KEK hin in einer ganztägigen Fortbildung mit dem Titel „Suizid – rechtliche – medizinische und ethische Aspekte“ gemündet, die gut besucht und zweimal angeboten wurde. Mitarbeiter aus allen Stationen des Hauses haben daran teilgenommen. Als Ergebnis ist ein Leitfaden festzuhalten, der noch ausgewertet wird und im Laufe des Jahres 2008 erstellt sein soll und Anwendung finden wird.
Weiterhin wurde der Ethikleitfaden „Sterben und Tod“ und der Ethikleitfaden „Umgang mit Verstorbenen“ überprüft und aktualisiert.
Der geplante „Raum der Stille“ im Neubau der KfPP hat die Mitglieder des KEK ebenfalls beschäftigt. Das Ergebnis vom letzten Jahr, dass dieser Raum eindeutig christlich-sakral geprägt sein sollte wurde bestätigt und hat Einfluss in die konkreten Bauplanungen gefunden.
Außerdem wurde das KEK auch im Jahr 2007 auf diverse Themen, die ethisch behandelt werden könnten angesprochen (z.B. Traumatisierung nach belastenden Ereignissen von Mitarbeitern etc.)
Die Ergebnisse des KEK werden im Intranet der Klinik veröffentlicht und sind dort den Mitarbeitern zugänglich. Weiterhin wurde ein Flyer auf alles Stationen verteilt, der über die Arbeit informiert.
Die einzelnen Mitglieder sind jederzeit ansprechbar für Fragen und Anliegen von Patienten, deren Angehörigen, Mitarbeitern und sonstigen Interessierten.
Als Perspektiven für das Jahr 2008 sind zu nennen:
Die regelmäßigen Treffen werden beibehalten und die Mitglieder sind selbstverständlich auch weiterhin ansprechbar für neue Themen. Außerdem wird sich das KEK in diesem Jahr verstärkt mit dem Thema „Fixierung in der Psychiatrie“ beschäftigen.
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Immer auf der Hut sein -
Dr. Rolf Speier im HNA-Interview zur Sicherheit in der Allgemeinpsychiatrie
Das Thema
In einer Wiesbadener Klinik tötete kürzlich ein Psychiatrie-Patient eine Mitpatientin. Wie sieht es mit der Sicherheit der Patienten im allgemein-psychiatrischen Krankenhaus in Haina Kloster aus, in dem psychisch Kranke aus Waldeck-Frankenberg und dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis betreut werden? Darüber sprachen wir mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Rolf Speier.

Klinikleben: Marianne Spiel und Helga Landmann (rechts) kümmern sich um eine Patientin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Haina Kloster.
Von Martina Biedenbach
Haina Kloster.
Der Fall lässt aufhorchen: In einem Krankenhaus in Wiesbaden ist im Februar eine 63-jährige Psychiatriepatientin von einem Mitpatienten getötet worden. In der Hainaer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie werde Sicherheit groß geschrieben, aber ein Restrisiko bestehe, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Rolf Speier in einem Interview mit der HNA.
Auch an der Hainaer Klinik, die für psychisch Kranke im Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis zuständig ist, hatte eine 46-jährige Patienten im Juli 2007 eine Mitpatientin gewürgt. Eine Pflegerin schritt gerade noch rechtzeitig ein. Nach einem Gerichtsprozess wurde die 46-Jährige in die Forensik verlegt, in der psychisch kranke Rechtsbrecher betreut werden (HNA berichtete).
„Das ist wirklich ein Ausnahmefall“, sagte Dr. Speier. Tätlichkeiten von Patienten, während stationärer Behandlung in der Klinik seien seit 2004 stark rückläufig. Meist treffen solche Vorfälle das Personal, zum Beispiel bei der Aufnahme von alkohol- oder drogenabhängigen Patienten auf der Suchtstation.
Eine schwerwiegende Tätlichkeit, nach der ein Mitarbeiter mehr als drei Tage krank geschrieben war, ereignete sich zuletzt 2004. 2007 gab es 14 Fälle mit leichten Verletzungen als Folge. Ein Grund für diesen Rückgang sei ein Trainingsprogramm, in dem die Mitarbeiter den professionellen Umgang mit aggressiven Patienten lernen.
Die Mitarbeiter seien zudem geschult, auf auffälliges, unruhiges Verhalten von Patienten zu achten. Risikopatienten, die vorher schon durch Aggressionen auffielen, haben sie besonders im Auge. Sie werden eventuell in ein Überwachungszimmer verlegt. Nachts sehen Pflegekräfte im Zwei-Stunden-Takt in allen Patientenzimmern nach dem Rechten, in den geschlossenen und auch den offenen Abteilungen. Wenn ein Patient sich aber gezielt verstelle, werde die Früherkennung schwierig, sagt Dr. Speier.
Herr Dr. Speier, wie groß ist die Gefahr, dass Patienten der psychiatrischen Klinik in Haina Kloster von Mitpatienten ernsthaft verletzt oder gar getötet zu werden.
Dr. Speier:
Die Zahl ist so gering, dass es dazu gar keine Statistiken gibt. Ich kenne nur diese allgemeinen Zahlen: Die Gefahr, dass in Deutschland Menschen Opfer einer Gewalttat werden, liegt bei 1:10 000, dass sie Opfer durch Gewalt eines psychisch Kranken werden bei 1:200 000, also wesentlich niedriger.
Wie versuchen Sie in Haina zu verhindern, dass aggressive Patienten andere angreifen?
Dr. Speier: Da nenne ich zunächst bauliche und organisatorische Maßnahmen. Nachts schauen Pflegekräfte im Zweistundentakt in allen Krankenzimmern nach dem Rechten, auf den offenen Stationen genauso wie auf den geschlossenen. Auffällige Patienten werden in Überwachungszimmer verlegt. Vom Stationszimmer aus können Pflegekräfte die Patienten durch ein Fenster beobachten. Das wird auch im Neubau so sein.
Haben Ärzte und Pflegekräfte manche Patienten besonders imAuge?
Dr. Speier: Ja, wir reden von Risikopatienten, wenn diese zum Beispiel in der Vergangenheit durch aggressives Verhalten auffielen oder wenn sie nicht einsehen, dass sie krank sind und regelmäßig Medikamente nehmen müssen. Die beobachten wir natürlich genauer. Sie kommen unter Umständen ins Überwachungszimmer.
Gibt es Anzeichen, dass ein Patient aggressiv wird?
Dr. Speier: Ja, wenn er zum Beispiel unruhig herumtigert, sind wir sehr aufmerksam. Wenn wir merken, dass ein Patient kurz vorm Platzen ist, leiten wir deeskalierende Maßnahmen ein. Möglicherweise braucht der Patient eine höhere Dosis an antiaggressiven Medikamenten.
Und wenn ein Patienten tatsächlich austickt?
Dr. Speier: Ja, es kommt schon mal vor, dass ein Patient zum Beispiel mit einem Stuhl Pflegekräfte bedroht. Dann rufen diese mit einem Notrufsystem Hilfe aus anderen Stationen herbei und bändigen den Randalierer mit vereinten Kräften. Zur Not bekommt er dann gegen seinen Willen eine Beruhigungsspritze. Aber diese Zwangsmedikation oder auch eine Fixierung im Bett sind selten Maßnahmen in Extremsituationen. Wir sprechen aber auch schon mal Hausverbot aus. Wenn beispielsweise ein Drogenabhängiger gewalttätig wird, ohne dass dies auf seine psychische Erkrankung zurückzuführen ist, fliegt er sofort raus.
Es gibt sicherlich auch Patienten, denen selbst erfahrene Kräfte nicht anmerken, dass sie aggressiv werden können.
Dr. Speier: Bei Risikopatienten ist es relativ einfach einzuschätzen. Bei Kranken, die undurchschaubar wirken, sind wir auch alarmiert. Schwierig wird es allerdings bei Patienten, die nach außen freundlich und kooperativ wirken, aber selbst einen eigenen heimlichen Plan verfolgen.
Es bleibt also immer ein Restrisiko?
Dr. Speier: Ja. Aber das haben sie auch in allgemeinen Krankenhäusern, in Jugendherbergen oder überhaupt in der Öffentlichkeit…
Sind Sie selbst von Patienten angegriffen worden?
Dr. Speier: Ja, eine Patientin schüttete mal eine Tasse mit heißem Kaffee auf mich. Das hatte ich der zierlichen Person nicht zugetraut. Wir müssen eben immer aufpassen.
Zur Person :
Dr. Rolf Speier leitet seit Januar 1991 die Hainaer Klink für Psychiatrie und Psychotherapie.
Der 54-jährige wohnt in Gießen, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine - Datum: 06.03.2008 - Text und Fotos: Martina Biedenbach
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