
Pressemeldungen 2006
Klosterkirche Haina: Restaurierte Fenster kehren Stück für Stück zurück - Glaskunst der Zisterzienser aus der Nähevon Andrea Pauly HAINA (KLOSTER). An trüben Tagen sehen die Glasscheiben an der Nordseite der Klosterkirche aus einigen Metern Entfernung nur grünlich-grau aus. Doch wer genau hinsieht, erkennt filigrane Linien, Ornamente und Flechtmuster, die diesen ältesten Fenstern der Kirche einen ganz besonderen Charme verleihen. Die Scheiben sind schlicht, aber aufgrund ihres Alters und ihrer Vollständigkeit von bundesweiter Bedeutung. Ihre Restauration, die komplett über Spenden finanziert wird, schreitet voran.
Derzeit sind drei Bestandteile eines der Nordfenster in der Klosterkirche aus der Nähe zu sehen: Der Dreipass sowie zwei einzelne Bahnenscheiben sind aus der "Zeitschichten"-Ausstellung in Dresden nach Haina zurückgekehrt - und zwar inklusive der Beleuchtungsvorrichtungen, auf denen sie in Dresden ausgestellt waren. Von hinten beleuchtet werden Details, Linien, Ornamente und Motive der rund 800 Jahre alten Fensterscheiben so deutlich erkennbar wie sonst nie. Ein seltener Anblick - denn durch ihren Stammplatz im nördlichen Langhaus der Klosterkirche werden die sogenannten Grisaille-Fenster nie direkt von der Sonne durchleuchtet. In ganz Deutschland gibt es keine Kirche, kein Kloster, in der oder dem ein so vollständiger Eindruck von der Glaskunst der Zisterzienser möglich ist wie in Haina. Die Bedeutung dieser Fenster betonte auch Professor Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege (Wiesbaden), bei der gestrigen Übergabe: "Das hier ist die bedeutendste Ornamentverglasung aus dem Mittelalter deutschlandweit." Restauration geht zu EndeEr sei erfreut und erleichtert, dass sich die seit 1988 laufende, bisher 5,6 Millionen Euro teure Restauration der Klosterkirche langsam ihrem Ende nähere. Der aktuelle Bauabschnitt ist der zwanzigste und hat ein Volumen von 300 000 Euro. Weiß erläuterte, die Bezeichnung "neuer Glanz" im Zusammenhang mit einer Restauration lasse seine Denkmalpfleger immer wieder erschauern. Denn es gehe ihnen nicht darum, die Kultur- und Baudenkmäler in jenem "neuen Glanz" erstrahlen zu lassen, sondern den Bestand zu konservieren - oder "in Würde altern zu lassen", wie er es ausdrückte. Dazu gehöre auch, zum Beispiel die Farben nicht zu übermalen, sondern die Wände nur vorsichtig von Schmutz und Staub zu reinigen und die echte Patina zu erhalten. Dies sei in Haina gelungen und gerade deshalb sei die Kirche mit ihrer Farbgebung, dem ebenfalls vorsichtig konservierten Chorgestühl aus dem Jahr 1280 und eben den Fenstern so bedeutend. Die fünf ältesten Fenster der Kirche sollen beim Landesamt restauriert werden - die Kosten von insgesamt 130 000 Euro werden komplett durch Spenden getragen (WLZ-FZ berichteten mehrfach). Die Arbeiten an den Fenstern unterscheiden sich von Scheibe zu Scheibe, da die Glasbestände in unterschiedlichem Zustand sind. Während die ganz alten Glasstücke - in den Nordfenstern machen sie bis zu 95 Prozent der Fenster aus - in gutem Zustand sind, müssen die nachträglich zugefügten farbigen Glasstücke intensiver restauriert werden. Rund 85 000 Euro sind bisher eingegangen, "und ich bin ganz sicher, dass wir auch die restliche Summe noch zusammenbekommen", ist Manfred Scholz, Vorsitzender des Vereins "Freunde des Klosters Haina", überzeugt. Bis Ende 2006 soll das zweite Fenster komplett fertig sein, das dritte kann in Auftrag gegeben werden. Der Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes, Uwe Brückmann, nannte die Stifterfenster-Aktion als "ideale Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Bürgersinn". Die Reaktion vieler Besucher auf die Kirche beweise den Wert dieser Kirche. Bei der Übergabe der Fenster waren neben Vorstandsmitgliedern des Vereins "Freunde des Klosters Haina" auch Vertreter der zuständigen Bau- und Denkmalsämter, darunter Dr. Bernhard Buchstab, sowie Jürgen Hammerschlag als Betriebsleiter des Zentrums für Soziale Psychiatrie anwesend.Spenden für die Klosterfenster auf das Konto 80 20 430 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BLZ 523 500 05, unter dem Stichwort "Stifterfenster". Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung - Datum: 31.10.2006 nach oben
Zertifizierung für Heilpädagogische Einrichtung und Wohn- und Pflegeheim Haina
In einem abschließenden Audit wurden am 04. Oktober 2006 der Heilpädagogischen Einrichtung Haina und dem Wohn- und Pflegeheim Haina, beides Einrichtungen des Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina , bestätigt, dass ihr Qualitätsmanagement-System den Anforderungen der ISO 9001:2000 entspricht. Die erfolgreiche Zertifizierung ist der Abschluss eines knapp einjährigen Prozesses in den beiden Heimen, um das seit fünf Jahren gewachsene Qualitätsmanagement an die Forderungen der ISO anzupassen. Viele MitarbeiterInnen aus allen Berufsgruppen waren in verschiedenen Arbeitsgruppen daran beteiligt. Dementsprechend wurde von der Auditorin , Frau Gabriele Mötter, auch besonders hervorgehoben, dass das Qualitätsmanagement in den Einrichtungen ein lebendiger und verankerter Prozess ist.
Die Bilder zeigen die Auditorin und die Einrichtungsleitungen und die QM-Steuergruppen beim Abschlussgespräch. Die Übergabe der Zertifikate durch die Zertifizierungsfirma NIS-Zert aus Hanau wird in einigen Wochen in einer Feier erfolgen. „Wenn sie zu Hause sagen, meinen sie Halgehausen“HAINA – HALGEHAUSEN (apa). Sie sind eine etwas andere Familie, die Bewohner und Mitarbeiter des Wohnheims in der Schweifestraße in Halgehausen. Dort leben 15 geistig behinderte Menschen, die von insgesamt acht Mitarbeitern des Zentrums für Soziale Psychiatrie betreut werden. Zwar ist die Rollenverteilung zwischen Betreuern und Patienten klar und deutlich, dennoch sind die Pfleger und Schwestern für die geistig behinderten Menschen der Familienersatz. Die Haustür ist offen. Der erste Schritt führt in ein großes Esszimmer mit mehreren Tischen. Um die Ecke geht es weiter zu Wohnzimmer und Küche. Dass es sich bei dem großen Haus in der Dorfmitte Halgehausens um eine Station der Heilpädagogischen Einrichtung (HPE) handelt, ist abgesehen von der offensichtlichen Behinderung der Bewohner nur an den Medikamenten im Regal des Schwesternzimmers zu bemerken. Die Betreuer tragen Jeans und T-Shirts, werde geduzt und mit Vornamen angesprochen – und dennoch ist deutlich zu spüren: Was sie sagen, gilt. In der Wohngruppe der Heilpädagogischen Einrichtung in der Schweinfestraße leben 15 geistig behinderte Menschen
In der Wohngruppe wird zusammen gefrühstückt und zu Abend gegessen. Am Wochenende kochen Patienten und Betreuer gemeinsam, unternehmen Ausflüge und Spaziergänge oder gehen essen. Man kennt sich: Die Hälfte der acht Betreuer ist von Anfang an dabei, viele der Patienten ebenso. Wer aus der HPE in die Wohngruppe in Halgehausen kommen will, muss bestimmte Kriterien erfüllen, sagt Wohngruppenleiterin Marion Seibel: „ Alle hier gehen einer Tätigkeit nach, außerdem muss das Verhalten allgemein stimmen.“ Wer es in die Wohngruppe geschafft hat, ist stolz, nicht mehr in Haina zu sein. Schlafen mit offenem OhrTagsüber ist ein Betreuer in der Wohngruppe, am Nachmittag sind es zwei. Nachts bleibt ein Mitarbeiter zur Bereitschaft da. „Man schläft hier immer mit einem offenen Ohr“, sagt Marion Seibel. „Aber eigentlich ist es immer ruhig.“ Wie in einer normalen Familie auch sei eben mal jemand krank oder habe Kopfschmerzen. „Und bei 15 Leuten kommt das eben dementsprechend häufiger vor als in einer kleinen Familie.“ Wer Dienst hat, wird auch von den Bewohnern mit Spannung verfolgt: Auf einer Magnetwand sind Fotos auf einem Dienstplan befestigt, damit die Patienten wissen, wer in der nächsten Nacht Bereitschaft hat. Die Bewohner der Wohngruppe – Frauen und Männer – sind zwischen 19 und über 70 Jahre alt. Jeden Morgen werden sie nach einem gemeinsamen Frühstück abgeholt und zur Lebenshilfe-Werkstatt nach Frankenberg gebracht. Am Nachmittag kommen sie wieder zurück und haben die Zeit bis zum Abendessen zur freien Verfügung. Sie gehen spazieren, malen, duschen, sehen fern. „Für viele unserer Bewohner ist Musik besonders wichtig“, berichtet die Wohngruppenleiterin. Jeder Bewohner habe ein Radio oder einen Musikanlage in seinem Zimmer.
Die familiäre Art, miteinander umzugehen, ist für die meisten Bewohner extrem wichtig. Der Kontakt zu den eigenen Familien ist oft abgebrochen, die wenigsten erhalten regelmäßig Besuch. „Wenn die Patienten von zu Hause sprechen, meinen Sie Halgehausen.“ Hier kennt sie jeder, sie werden ernst genommen – und ihre Geburtstage werden gefeiert. Enorme EntwicklungAls die Wohngruppe 1987 gegründet wurde, war nicht vorgesehen, dass sie lange bestehen würde. Lediglich, wer sich freiwillig meldete, wurde für den Dienst in der Wohngruppe eingeteilt. „Bei den Mitarbeitern ist es dann auch geblieben.“ Doch die Entwicklung der Patienten in dem Haus, einige Kilometer vom Psychiatrie-Komplex in Haina entfernt, zeigte, wie gut und richtig der Ansatz war. „Die Entwicklung, die diese Menschen durchgemacht haben, ist enorm“, fasst Marion Seibel zusammen. Viele hatten schon einige Jahre Psychiatrie-Erfahrung hinter sich. Langfristige AufarbeitungDass geistig behinderte Menschen in den 70er Jahren falsch behandelt wurden, ist heute bekannt. „Es gab viel aufzuarbeiten, und da hat lange gedauert“, erinnert sich die gelernte Krankenschwester. Einige Patienten kamen damals mit sogenannten auto-aggressiven Störungen, zum Beispiel gegen Möbel, in die Wohngruppe. „Eine Patientin zerriss dauernd ihre Kleidung, so dass ihre Mutter ihr alles aus Leinen nähte. Heute legt eben diese Patientin sehr viel Wert auf hübsche Kleidung“, nennt Seibel ein Beispiel. „Solche Probleme haben wir nicht mehr.“ Ein Problem stellt heute lediglich die Bauweise des Hauses dar. Da es verwinkelt und dreistöckig ist, gibt es mit gehbehinderten Patienten oder bei Krankheiten, die außerhalb behandelt werden müssen, Schwierigkeiten. Die Patienten aus der Wohngruppe Halgehausen führen ein vergleichsweise normales Leben. Sie fahren zum Beispiel mit Betreuern in den Urlaub. Natürlich brauche man „ein dickes Fell“, wenn man mit geistig Behinderten ein solches Leben führt, sagt Seibel. „Es kommt eben mal vor, dass sich jemand in der Öffentlichkeit danebenbenimmt. Da fühlt man sich dann wie eine Mutter, deren Kleinkind an der Kasse herumschreit.“ Für Marion Seibel ist es die familiäre Atmosphäre und der gute Umgang mit den Kollegen, die den Reiz an ihrem Arbeitsplatz ausmachen, „...und die Herausforderung, die durch die Aspekte der Behinderung entsteht.“ Nicht nur in der Wohngruppe sind die Patienten fest integriert, auch im Dorf gehören sie dazu. Es ist mehr ein Miteinander als ein Nebeneinander, bestätigt Seibel. Die Nachbarn kennen sie, auch bei Festen sind sie immer dabei, sagt Marion Seibel. „Das macht eben den Unterschied in Halgehausen aus.“ Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung Der Mosaikstein zum moderner KlinikumRegierungspräsident Lutz Klein übergibt Bewilligungsbescheid über 5 Millionen – Ärzte protestierenvon Andrea Pauly Haina (Kloster). Ein bisschen säuerlich guckte er schon, der Landesdirektor Uwe Brückmann, als ihn statt freudiger Gesichter zunächst einmal streikende Ärzte in Haina erwarteten. Brückmann war gekommen, um einen Bewilligungsbescheid über knapp fünf Millionen Euro entgegenzunehmen. Mit dieser Summe wird der Neubau eines Klinikgebäudes finanziert. Bevor es gestern Nachmittag Sekt und Häppchen zur Feier der Übergabe des Bescheids gab, musste sich LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann zunächst mit den Protesten einiger Ärzte befassen. Diese erwarteten den Verwaltungschef des Landeswohlfahrtsverbandes mit Plakaten und einem großen Banner vor dem so genannten „Türmchen“. Die Klinikärzte fordern einen eigenen Tarifvertrag und die Abgrenzung vom seit Oktober gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD). Dieser bringe gerade jungen Ärzten deutliche Verschlechterungen. „Wir fühlen uns durch ver.di nicht vertreten, wenn die den TVÖD für gut halten“, drückte eine Ärztin ihr Missfallen aus. „Ohne uns Ärzte gibt es auch nichts zu verwalten“, richtete eine Kollegin ihre Worte an Uwe Brückmann. Dr. Norbert Keller sprach einige Worte, die die Unzufriedenheit der Ärzte deutlich werden ließen. Finanzielle Einbußen von bis zu 20 Prozent, drohender Ärztemangel gerade in der Forensik und Reallohnkürzungen wollen sie nicht hinnehmen. Deshalb haben bereits am Mittwoch einige von ihnen gestreikt – wenn auch (noch) niemand aus der Forensik. Anders als viele andere sind die Hainaer Ärzte nicht unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, wohl aber mit der Gehaltszahlung. So wird bei jedem Stellenwechsel ein Arzt wieder auf das Anfangsgehalt zurückgesetzt. „Junge Ärzte müssen aber ihre Stellen wechseln“, sagte Dr. Silke Kielisch. So hätten junge Fachärzte jahrelang keine Möglichkeit auf ein faires Gehalt.
Nachdem Brückmann erläutert hatte, dass er sich während der laufenden Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und dem Marburger Bund nicht dazu äußern werde, aber Verständnis für die Forderungen habe, ging es mit dem eigentlichen Grund für sein Erscheinen in Haina weiter. nach oben
Wirtschaftlich auf einem guten WegFDP besuchte Zentrum für Soziale Psychiatrie. Haina-Kloster 08.08.2006. Bei einem Besuch im Zentrum für Soziale Psychiatrie in Haina-Kloster zeigten sich die FDP-Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel (Vöhl) und Florian Rentsch (Wiesbaden) von der Entwicklung auch in wirtschaftlicher Hinsicht in den vergangenen drei Jahren beeindruckt. Gerade in der derzeit stattfindenden Diskussion um die Zukunft des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) war der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Florian Rentsch, angetan von der konsequenten Weiterentwicklung des Standortes. Der Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag und der langjährige Vorsitzende der Betriebskommission, Dr. Peter Barkey (Beigeordneter im Verwaltungsausschuss des LWV Hessen), sowie der Leiter des Bereichs Einrichtungen, Peter Lutze, empfingen die Gäste in Haina-Kloster. Weitere 83 Arbeitsplätze Jürgen Hammerschlag belegte mit den neuesten Wirtschaftszahlen besonders die Zunahme von 83 Arbeitsplätze in den Jahren 2003 bis 2005. Gerade für Waldeck-Frankenberg ist der LWV einer der größten Arbeitgeber - dies muss nach Ansicht der Gesprächspartner auch bei den Diskussionen um die Zukunft des Verbandes besonders berücksichtigt werden. Hammerschlag stellte die Pläne für den Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, mit dem noch in diesem Jahr begonnen werden soll vor, ebenso die weitere Sanierung der forensischen Kliniken. Beide Kliniken sind gut mit der Region vernetzt und entwickeln mit Ambulanzen und tagesklinischen Angeboten in Korbach und Gießen vielfältige Angebote für die Wiedereingliederung. 100 Ausbildungsplätze In der vom LWV betriebenen Krankenpflegeschule werden derzeit 100 Ausbildungsplätze angeboten. Die weiteren Betriebszweige, die Heilpädagogische Einrichtung und das Wohn- und Pflegeheim, verfügen neben den Wohn- und Hausgemeinschaften auch über strukturierte Tagesangebote. Der Gutsbetrieb in Haina bereitet die Kooperation mit der Landwirtschaft in Merxhausen vor. Dies bietet sich an, da hier unterschiedliche regionale Vegetationsperioden vorliegen. Peter Lutze verwies auf die stetig steigende Nachfrage für Betten in der forensischen Psychiatrie, "der das Land und der LWV Hessen in guter Kooperation an den neuen Standorten Merxhausen und Riedstadt hoffentlich so zeitgerecht nachkommen kann, dass eine Überbelegung der vorhandenen Einrichtungen vermieden wird". (nh) Quelle : HNA - Text: nh - Datum : 09.August 2006 Beschäftigte des Zentrums für Soziale Psychiatrie protestieren gegen Forderungen des Marburger BundesMitarbeiter wollen nicht die Kosten tragenHAINA (KLOSTER), 20.07.2006. Während gestern in ganz Hessen Ärzte kommunaler Kliniken für mehr Lohn streikten, wehrten sich Mitarbeiter des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) in Haina gegen diese Forderungen. Denn sie müssten zahlen, falls der Marburger Bund seine Forderungen durchsetzt. Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will stattdessen 150 Euro mehr im Monat – und zwar für alle Krankenhausmitarbeiter, egal in welchem Berufsfeld. Auch Mitarbeiter aus dem ZSP in Merxhausen und aus Wabern waren bei der Pausenkundgebung anwesend. „Uns ist Solidarität nicht sch...egal“ – diese Aussage war auf einem der Protestschilder zu lesen, und Personalratsvorsitzender Dieter Hansmann formulierte es mit den exakt gleichen Worten. „Wir haben nichts gegen eine Erhöhung der Arztgehälter, aber nicht auf unsere Kosten“, betonte Hansmann im Gespräch mit der FZ. Der Personalrat des ZSP Haina und ver.di sind sich darin einig, dass die Mehrkosten, die erhöhte Gehälter für Ärzte verursachen würden, auf dem Rücken der übrigen Angestellten ausgetragen würden. Denn die Krankenhausbudgets sind gedeckelt, das heißt, es steht nur ein fester Betrag zur Verfügung. Die Mehrausgaben für die Ärzte müssten an anderer Stelle im Betrieb eingespart werden – „und an Sachkosten ist nichts mehr einzusparen“, betonte Hansmann. Der Hinweis eines Marburger-Bund-Funktionärs auf potentielle „Effizienz-Reserven und Umverteilungsmöglichkeiten“ ist nach Ansicht Hansmanns eine unverfrorene Aufforderung, in die Geldbeutel aller anderen Beschäftigten des Krankenhauses zu greifen. Heike Grau, Gewerkschaftssekretärin von ver.di Nordhessen, kritisierte, dass der „zu Recht gelobte“ Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Arbeitgebern nicht eingehalten werde. So würden in vielen fällen den Teilzeitbeschäftigten und auch den Auszubildenden die Schicht- und Wechselschichtzulagen nur anteilig bezahlt sowie Feiertags- und Überstundenzuschläge einbehalten. „Etwa die Hälfte der Beschäftigten hat dadurch erhebliche Nachteile bei Einkommen und Arbeitszeit“, erläuterte Grau. „ Aber während Ihr zur Durchsetzung eurer Rechte die Arbeitsgerichte bemühen müsst, verhandelt der kommunale Arbeitgeberverband mit dem Marburger Bund einen besonderen Tarifvertrag, den sich die Mehrzahl der Mitglieder offiziell gar nicht leisten kann“, richtete sie ihre Worte an die Anwesenden Grau nannte das Beispiel Stuttgart, wo für höhere Ärztevergütungen 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurden – nachdem in wochenlangen Verhandlungen um die Arbeitszeit immer wieder betont wurde, die Kassen seien leer. Braucht nicht viel Phantasie „Entweder hat uns die Stadt belogen, oder das Geld soll an anderer Stelle eingespart werden“, folgerte sie. „Und man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wo das sein könnte“, stimmte die Gewerkschaftssekretärin Hansmanns Befürchtungen, die anderen Beschäftigten müssten dafür Kürzungen in Kauf nehmen, zu. Sie betonte, dass es völlig richtig ist, solidarisch für angemessene Arbeitszeiten und Entlohnung zu kämpfen. „Aber nur, wenn alle Beschäftigten für gute Arbeit auch eine angemessen Vergütung bekommen, kann das System funktionieren.“ Heike Grau warnte vor einer Spaltung in ärztliche und nichtärztliche Beschäftigte und forderte 150 Euro für jeden, sowie den Erhalt der kommunalen Trägerschaft und „eine qualitativ hohe Gesundheitsversorgung für alle Menschen, ob arm oder reich.“ Dieter Hansmann warnte ebenfalls vor einem Keil zwischen den Ärzten und den übrigen Beschäftigten. „Knirscht es hier, so hat dies unmittelbare Auswirkungen auf unsere Patienten.“ Er begründete die Forderungen nach 150 Euro mehr Gehalt für alle mit den gestiegenen Kosten für Arbeitnehmer: gestiegene: Benzinpreise und Krankenkassebeiträge, die bevorstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Wegfall der Pendlerpauschale. „Vor einigen Wochen hätte ich noch gesagt „Ihr seid verrückt, es ist kein Geld da““, gab Hansmann zu. Mittlerweile habe er keine Gewissensbisse mehr, „denn es ist ja anscheinend noch Geld zum Verteilen da“, meinte der Vorsitzende des Hainaer Personalrats und verwies ebenfalls auf das Stuttgarter Beispiel. Er verwies auf den Hintergrund der Arbeitszeiterhöhung. „Die bedeutet Stellenabbau.“ Hansmann rechnete vor, dass im ZSP Haina bei der Einführung der 40-Stunden-Woche auf 30 bis 35, bei der 42-Stunden-Woche sogar auf 60 – 70 Stellen verzichtet werden könne. Auch er kritisierte die Auslegung des TVÖD auf Arbeitgeberseite und erläuterte die Auswirkungen am Beispiel einer Hausgehilfin, die nach der neuen Regelung mit 1286 Euro brutto auskommen muss – 500 Euro weniger als vorher. „Ich weiß nicht, wie jemand damit eine Familie ernähren will.“ Hansmann übte auch Kritik an den Medien: “Immer noch wird an der Mär festgehalten, es gehe dem Marburger Bund ja nur um die bessere Versorgung der Patienten und um bessere Arbeitsbedingungen.“ Dabei wolle der Marburger Bund nur eines: „Schlicht mehr Kohl.“ Beratungen zum Übergangstarifvertrag abgebrochen Keine Mitarbeiter-Beteiligung Als Hiobsbotschaft berichtete Personalratsvorsitzender Dieter Hansmann von den aktuellen Entwicklungen der Beratungen zum geforderten Übergangstarifvertrag Diese wurden vom Personalrat am 13. Juni abgebrochen, weil der Landesdirektor Uwe Brückmann mitgeteilt hat, dass sich der LWV künftig auf den Tendenzschutz berufen will. Das bedeutet, dass der Betriebsrat nur eingeschränkte personelle Mitbestimmung erhält und es weder einen Wirtschaftsausschuss, noch eine Arbeitnehmerbeteiligung im Aufsichtsrat geben wird. Der Vorschlag des Personalrates, ein gemeinsames Konzept zur Sicherung der Arbeitsplätze im Servicebereich zu erstellen, wurde vom Arbeitgeberverband als inakzeptabel abgelehnt. Herbert Griesel, Personalratsvorsitzender am ZSP in Merxhausen, berichtete von den Auswirkungen, die eben dieses Vorgehen auf Kollegen aus Wabern hatte: „Die Beschäftigten dort haben in drei Jahren auf – lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen – eine Million Euro verzichtet.“ Je nach Defizit würden von den Mitarbeitern ein bis zwei weitere Millionen Euro gefordert. „Wir sagen: Die Beschäftigten sind nicht in der Lage, weiterhin für Missmanagement den Kopf hinzuhalten.“ Deshalb sei es wichtig, einen Überganstarifvertrag zu bekommen. Zum 1. Januar 2007 werden die Eigenbetriebe des LWV in gemeinnützige GmbHs umgewandelt. Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: apa - Datum : 20. Juli 2006
Zwei Stationen mit 32 Betten für Patienten der Forensik saniert – 2,5 Millionen Euro investiert
In Haina gilt: Nach dem Bau ist vor dem Bauvon Andrea PaulyHAINA (KLOSTER), 13.07.2006. Das Gebäude liegt inmitten eines ruhigen Parks, Bänke und Liegestühle stehen in der Sonne, Menschen schlendern über den gepflegten Rasen. Im Gebäude ist alles frisch renoviert – und dabei wurde nicht gespart: 2,5 Millionen Euro wurden für den Umbau der zwei Stockwerke investiert: Es gibt schicke Möbel von höchster Qualität, einen Badewanne mit Sprudelfunktion, helle Tapeten und pflegeleichte Fußböden. Wären da nicht die psychiatrietypischen Fenster und die Hinweise „Bitte abschließen“ mit einem warnenden Ausrufezeichen an allen Türen – man könnte meinen, man sei in einer Kurklinik statt in der geschlossenen Station der Forensik. Run 2,5 Millionen Euro wurden für die Sanierung des Hauses 6 der Forensik investiert. Das ist ein kleiner Teil des Gesamtpaketes, das das Sozialministerium für die Weiterentwicklung des Maßregelvollzuges in Hessen geschnürt hat. Rund 120 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren hessenweit für die Forensik-Kliniken investiert werden. Auch in Haina sind die Arbeiten längst nicht beendet: Schon im August wird die kostenintensive Sanierung des Altbaus G 2 in Angriff genommen, ebenfalls Teil der Forensik (siehe Stichwort). Auf geschlossener StationGestern übergaben Vertreter der Klinik, des Landeswohlfahrtsverbandes und des Sozialministeriums das Gebäude seiner Bestimmung. Klinikpfarrer Peter Kittel (Dodenhausen) segnete das Gebäude, bevor die Gäste und Gastgeber eine Runde durch die Stationen machten. Auf den geschlossenen Stationen 6.1 und 6.2 sahen sich die Besucher um und verschafften sich einen Einblick in den Alltag eines Rechtsbrechers, der seine Zeit hauptsächlich in einem Dreibettzimmer verbringt und nur in Begleitung stundenweise nach draußen darf – dies entspricht der Sicherheitsstufe der meisten Patienten auf den beiden Stationen. Besonderes Interesse fanden die ausbruchsicheren Fenster, die auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht geöffnet werden können: Nur das schmalere Seitenteil kann gedreht werden, so dass Luft in einen Raum kommt. Auch die Sicherheitstechnik im Zimmer des Pflegepersonals fand das Interesse der Besucher. ZSP-Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag hatte zurvor Mitarbeiter und Gäste im Kapitelsaal begrüßt. Sinn der ununterbrochenen Arbeiten sie es, die Unterbringungs- und Betreuungsqualität zu verbessern. Er erinnerte an die stetig drohende Überbelegung und den akuten Platzmangel, der sich seit Jahren in der Forensik abzeichnet. Hammerschlag, dankte Planern, Architekten und beteiligten Baufirmen „für eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit“. Susanne Nöcker, Ministerialrätin im Sozialministerium für die Aufsicht des hessischen Maßregelvollzugs zuständig, erinnerte sich an die akute Belegungsnot im Dezember 2002. Damals stand zur Debatte, das Haus nicht wie vorgesehen für die Allgemeinpsychiatrie, sondern für die Forensik zu nutzen,. Nun, nach all der Arbeit, wenn sich üblicherweise das „So, wir haben es geschafft“-Gefühl einstelle, gehe es in Haina mit dem Umbau v on G 2 erst richtig los. „Hier gilt: Nach dem Bau ist vor dem Bau“, sagte Nöcker. Sie maß der Arbeit der Pflegekräfte besondere Bedeutung zu und dankte den anwesenden Mitarbeitern für „Ihr nicht vorauszusetzendes Engagement und Ihre Professionalität“. Annegret Bauch, Mitglied des LWV-Verwaltungsausschusses, überbrachte die Grüße von Landesdirektor Uwe Brückmann. Sie nannte die Fertigstellung des Hauses 6 einen Zwischenschritt und verwies in diesem Zusammenhang auf die Erweiterung der Klinik in Eltville und den geplanten Forensik-Neubau in Riedstadt. Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus betonte die Bedeutung der Klinik für die Gemeinde Haina als Arbeitergeber für 800 Menschen in einer strukturschwachen Gemeinde und bat darum, künftig bei den Ausschreibungen die heimischen Firmen zu beachten. HINTERGRUND: Die ForensikDie Klinik für forensische Psychiatrie (KffP) ist einer von fünf Betriebszweigen des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) in Haina. Die Klinik wurde am 01. Juli 1977 gegründet und ist für die Behandlung psychisch gestörter Rechtsbrecher in Hessen zuständig. Des Weiteren werden dort Beschuldigte zur Beobachtung untergebracht, über die ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden soll. In Haina untergebracht werden auch Menschen in Fällen, in denen anzunehmen ist, dass jemand eine rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit begangen hat. Die Klinik hat zwei Standorte: Haina (Kloster) als Hauptstandort und die Außenstelle in Gießen, mit insgesamt 422 Behandlungsplätzen an beiden Standorten. In der Stammklinik in Haina gibt es 13 Stationen, von denen fünf gesichert, sechs geschlossen und je eine halboffen und offen sind. In der Außenstelle Gießen gibt es neun Stationen, fünf hochgesichert, drei geschlossen und eine halboffen. In der Außenstelle Fischbach gibt es eine offene Station. Fast 92 Prozent der Patienten sind Männer. Die Behandlung erfolgt schrittweise. Zunächst kommt der Patient auf die Aufnahmestation, wo eine gründliche Diagnostik vorgenommen und der Gesamtbehandlungsplan aufgestellt wird. Anschließend wird er auf die Therapiestation verlegt, die für ihn am geeignetsten erscheint. Hier wir in Einzelgesprächen die Problematik des Patienten aufgearbeitet, ferner nimmt er an Gruppenprogrammen teil. Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: Andrea Pauly - Foto: apa - Datum : 13. Juli 2006 Sommerfest des Zentrums für Soziale Psychiatrie mit abwechslungsreichem ProgrammFestliches Klostergelände als BegegnungsstätteHAINA (KLOSTER), 04.07.2006. Bei strahlendem Sonnenschein feierte das Zentrum für Soziale Psychiatrie am Sonntag sein Sommerfest. Auf dem ehemaligen Klostergelände waren zahlreiche Stände aufgebaut, die zum Kaufen und Spielen einluden. Das Fest begann mit einem sehr gut besuchten Kirchspielgottesdienst mit den Pfarrern Oliver Koch und Peter Kittel in der Klosterkirche. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Dodenhäuser Posaunenchor. In der Predigt machte Pfarrer Koch deutlich, dass alle Menschen von Gott geliebt werden, seien sie krank oder gesund, behindert oder nicht behindert. Anschließend begann das bunte Treiben auf dem Gelände. Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag lud alle Besucher zu Gesprächen mit den Patienten ein. „Lassen Sie das Gelände zu einer großen Begegnungsstätte werden.“ Er würdigte den Einsatz der Mitarbeiter, die zum Gelingen des Festes beitrugen. Erstmals war das gesamte Festgelände mit einer Lautsprecheranlage beschallt. Auf der neuen Musikbühne unterhielt der Musikverein aus Löhlbach mit volkstümlichen Weisen. Eine Bereicherung war das kleine Festzelt von sechs mal zwölf Metern. Es kann in Zukunft von allen Einrichtungen des Zentrums genutzt werden. Einen Ausstellung mit Bildern, die in der Kunsttherapie gemalt wurden, lockte Betrachter und Käufer. Gleich nebenan informierten Mitarbeiter über Akupressur, Akupunktur und Aromatherapie. Sie werden zum Beispiel zur körperlichen Entgiftung bei Suchtpatienten und bei der Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen angewandt.
Eva Busch stellte auf Bildern ein Parallel-Fahrrad vor, das in Dänemark bestellt, aber leider nicht rechtzeitig eliefert wurde. Dabei sitzen beide Fahrer nebeneinander und jeder kann treten wie er will. Ein Lenker kann ausgeschaltet werden, was für die Nutzung mit den Patienten sehr wichtig ist. Es soll in Kürze in Haina eintreffen und gleich eingeweiht werden.
Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: ug - Foto: Archiv - Datum : 04. Juli 2006
HIER ARBEITEN WIR – ZENTRUM FÜR SOZIALE PSYCHIATRIE
Gemeinsam gegen seelische NotZSP: Sechs Jobs und sechs Menschen im Porträtvon Martina BiedenbachHAINA KLOSTER, 24.06.2006. Psychisch Kranke, Menschen mit geistiger Behinderung, seelisch kranke Straftäter und Suchtpatienten – für dieses Spektrum von Hilfsbedürftigen ist das Zentrum für soziale Psychiatrie Haina (ZSP) zuständig. In der HNA-Serie „Hier arbeiten wir“ stellt die Frankenberger Allgemeine Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, jede Woche den Arbeitsplatz von Menschen aus dem Frankenberger Land vor. Heute das ZSP, das eine Einrichtung des Landeswohlfahrtsverbandes ist. 850 Menschen arbeiten in Haina, weitere 250 in der Außenstelle in Gießen – vom Psychiater bis zum Fachkrankenpfleger, von der Ergotherapeutin bis zur Sozialarbeiterin, von Verwaltungsangestellten bis zu den Küchen- und Reinigungskräften. Das ZSP ist einer der größten Arbeitgeber im Frankenberger Land. Daten und FaktenZum Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina (Kloster) (ZSP) gehören folgende Bereiche: Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt Erwachsene mit psychischen Erkrankungen, inschließlich Suchtkrankheiten: sie hat 112 Planbetten, 15 tagesklinische Behandlungsplätze und psychiatrische Ambulanzen in Haina und Korbach. Zusammen mit den Zentren Marburg und Gießen werden in einer Verbundkrankenpflegeschule 30 Schüler ausgebildet. Die Klinik für forensische Psychiatrie behandelt psychisch kranke Rechtsbrecher. Sie hat mit der Außenstelle Gießen 422 Betten. Für gefährliche Rechtsbrecher gibt es in Gießen 105 hochgesicherte, in Haina 80 gesicherte Plätze. Zur Klinik gehören auch Institutsambulanzen in Schotten und Eltville. Die Heilpädagogische Einrichtung(HPE) betreut 94 Menschen mit geistiger Behinderung in acht Wohngruppen. Die HPE hat auch eine eigene Tagessstätte. Im Wohn- und Pflegeheim werden Menschen mit seelischer Behinderung betreut. Es hat unter anderem 54 stationäre Pflegeplätze und 13 Plätze im Betreuten Wohnen.Auf dem Gutshof bewirtschaften ein Gutsverwalter und ein Schlepperfahrer 250 Hektar Ackerland. 1. Der Betriebsleiter
Zahlen im Blick: Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag ist für die Finanzen des ZSP zuständig.„Die Vielfältigkeit reizt mich“, sagt Jürgen Hammerschlag über seine Arbeit. Als Betriebsleiter ist er für alle fünf Betriebszweige des Zentrums für Soziale Psychiatrie in Haina zuständig. Der Betriebswirt muss stets die Zahlen und Haushaltsbudgets – das laufende Leistungsgeschehen, wie er sagt – im Blick haben. Dazu gehören Budgetverhandlungen mit Krankenkassen, dem Land und anderen Kostenträgern. Die Rahmenbedingungen sind angesichts der leeren öffentlichen Kassen schwierig. Es heißt sparen. Und neue Lösungen finden. In der „strategischen Ausrichtung des Unternehmens für das Bestehen im Wettbewerb“ sieht er seine Hauptaufgabe. Dazu gehört auch die bauliche Weiterentwicklung des ZSP, wie etwa die Sanierung der Forensik oder der geplante Neubau für das psychiatrische Krankenhaus, bei deren Planung er die Weichen stellt. Das geschieht auch in Absprache mit den beiden Ärztlichen Direktoren Dr. Rolf Speier (Psychiatrie) und Dr. Rüdiger Müller-Isberner (Forensik) sowie den Leitern Erwin Gruber (Wohn- und Pflegeheim), Werner Thielemann (HPE) und Albert Funk (Gutshof). 2. Der Sozialarbeiter
Gespräche: Rafael Diele hilft psychisch Kranken nach der Krankenhaus-EntlassungZuhören gehört zum Handwerkszeug von Rafael Diele. Der 46-jährige Diplom-Pädagoge hilft psychisch Kranken nach dem Aufenthalt im Hainaer Krankenhaus, wieder im Alltagsleben klar zu kommen. Er besucht die Patienten regelmäßig zu Hause, berät deren Angehörige, unterstützt sie beim Papierkram mit Behörden und Krankenkassen. Er weiß, welche ambulanten Hilfsangebote sie beanspruchen können. Diele leitet das Team der Sozialarbeiter für Krankenhaus und Ambulanz. In regelmäßigen Besprechungen auch mit Ärzten und Psychologen versuchen alle gemeinsam, das Beste für die Patienten zu erreichen. 3. Der Maler |