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Pressemeldungen 2006

Klosterkirche Haina: Restaurierte Fenster kehren Stück für Stück zurück - Glaskunst der Zisterzienser aus der Nähe

von Andrea Pauly

HAINA (KLOSTER). An trüben Tagen sehen die Glasscheiben an der Nordseite der Klosterkirche aus einigen Metern Entfernung nur grünlich-grau aus. Doch wer genau hinsieht, erkennt filigrane Linien, Ornamente und Flechtmuster, die diesen ältesten Fenstern der Kirche einen ganz besonderen Charme verleihen. Die Scheiben sind schlicht, aber aufgrund ihres Alters und ihrer Vollständigkeit von bundesweiter Bedeutung. Ihre Restauration, die komplett über Spenden finanziert wird, schreitet voran.


Sie kennen und schätzen den Wert der jahrhundertealten Glasscheiben, die die Klosterkirche in Haina zu einem bedeutenden Kulturdenkmal machen, - und freuen sich über jede restaurierte Scheibe: von links LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann, der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Professor Gerd Weiß, der Vorsitzende der Klosterfreunde Manfred Scholz und Restaurator Ulrich Haroska vom Landesamt für Denkmalpflege. (Foto: apa)

Derzeit sind drei Bestandteile eines der Nordfenster in der Klosterkirche aus der Nähe zu sehen: Der Dreipass sowie zwei einzelne Bahnenscheiben sind aus der "Zeitschichten"-Ausstellung in Dresden nach Haina zurückgekehrt - und zwar inklusive der Beleuchtungsvorrichtungen, auf denen sie in Dresden ausgestellt waren. Von hinten beleuchtet werden Details, Linien, Ornamente und Motive der rund 800 Jahre alten Fensterscheiben so deutlich erkennbar wie sonst nie. Ein seltener Anblick - denn durch ihren Stammplatz im nördlichen Langhaus der Klosterkirche werden die sogenannten Grisaille-Fenster nie direkt von der Sonne durchleuchtet. In ganz Deutschland gibt es keine Kirche, kein Kloster, in der oder dem ein so vollständiger Eindruck von der Glaskunst der Zisterzienser möglich ist wie in Haina. Die Bedeutung dieser Fenster betonte auch Professor Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege (Wiesbaden), bei der gestrigen Übergabe: "Das hier ist die bedeutendste Ornamentverglasung aus dem Mittelalter deutschlandweit."

Restauration geht zu Ende

Er sei erfreut und erleichtert, dass sich die seit 1988 laufende, bisher 5,6 Millionen Euro teure Restauration der Klosterkirche langsam ihrem Ende nähere. Der aktuelle Bauabschnitt ist der zwanzigste und hat ein Volumen von 300 000 Euro. Weiß erläuterte, die Bezeichnung "neuer Glanz" im Zusammenhang mit einer Restauration lasse seine Denkmalpfleger immer wieder erschauern. Denn es gehe ihnen nicht darum, die Kultur- und Baudenkmäler in jenem "neuen Glanz" erstrahlen zu lassen, sondern den Bestand zu konservieren - oder "in Würde altern zu lassen", wie er es ausdrückte. Dazu gehöre auch, zum Beispiel die Farben nicht zu übermalen, sondern die Wände nur vorsichtig von Schmutz und Staub zu reinigen und die echte Patina zu erhalten. Dies sei in Haina gelungen und gerade deshalb sei die Kirche mit ihrer Farbgebung, dem ebenfalls vorsichtig konservierten Chorgestühl aus dem Jahr 1280 und eben den Fenstern so bedeutend. Die fünf ältesten Fenster der Kirche sollen beim Landesamt restauriert werden - die Kosten von insgesamt 130 000 Euro werden komplett durch Spenden getragen (WLZ-FZ berichteten mehrfach). Die Arbeiten an den Fenstern unterscheiden sich von Scheibe zu Scheibe, da die Glasbestände in unterschiedlichem Zustand sind. Während die ganz alten Glasstücke - in den Nordfenstern machen sie bis zu 95 Prozent der Fenster aus - in gutem Zustand sind, müssen die nachträglich zugefügten farbigen Glasstücke intensiver restauriert werden. Rund 85 000 Euro sind bisher eingegangen, "und ich bin ganz sicher, dass wir auch die restliche Summe noch zusammenbekommen", ist Manfred Scholz, Vorsitzender des Vereins "Freunde des Klosters Haina", überzeugt. Bis Ende 2006 soll das zweite Fenster komplett fertig sein, das dritte kann in Auftrag gegeben werden. Der Landesdirektor des Landeswohlfahrtsverbandes, Uwe Brückmann, nannte die Stifterfenster-Aktion als "ideale Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Bürgersinn". Die Reaktion vieler Besucher auf die Kirche beweise den Wert dieser Kirche. Bei der Übergabe der Fenster waren neben Vorstandsmitgliedern des Vereins "Freunde des Klosters Haina" auch Vertreter der zuständigen Bau- und Denkmalsämter, darunter Dr. Bernhard Buchstab, sowie Jürgen Hammerschlag als Betriebsleiter des Zentrums für Soziale Psychiatrie anwesend.

Spenden für die Klosterfenster auf das Konto 80 20 430 bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BLZ 523 500 05, unter dem Stichwort "Stifterfenster".

Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung - Datum: 31.10.2006
Text und Foto: Andrea Pauly

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Zertifizierung für Heilpädagogische Einrichtung und Wohn- und Pflegeheim Haina

In einem abschließenden Audit wurden am 04. Oktober 2006 der Heilpädagogischen Einrichtung Haina und dem Wohn- und Pflegeheim Haina, beides Einrichtungen des Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina , bestätigt, dass ihr Qualitätsmanagement-System den Anforderungen der ISO 9001:2000 entspricht. Die erfolgreiche Zertifizierung ist der Abschluss eines knapp einjährigen Prozesses in den beiden Heimen, um das seit fünf Jahren gewachsene Qualitätsmanagement an die Forderungen der ISO anzupassen. Viele MitarbeiterInnen aus allen Berufsgruppen waren in verschiedenen Arbeitsgruppen daran beteiligt. Dementsprechend wurde von der Auditorin , Frau Gabriele Mötter, auch besonders hervorgehoben, dass das Qualitätsmanagement in den Einrichtungen ein lebendiger und verankerter Prozess ist.

 

Die Bilder zeigen die Auditorin und die Einrichtungsleitungen und die QM-Steuergruppen beim Abschlussgespräch. Die Übergabe der Zertifikate durch die Zertifizierungsfirma NIS-Zert aus Hanau wird in einigen Wochen in einer Feier erfolgen.

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„Wenn sie zu Hause sagen, meinen sie Halgehausen“

HAINA – HALGEHAUSEN (apa). Sie sind eine etwas andere Familie, die Bewohner und Mitarbeiter des Wohnheims in der Schweifestraße in Halgehausen. Dort leben 15 geistig behinderte Menschen, die von insgesamt acht Mitarbeitern des Zentrums für Soziale Psychiatrie betreut werden. Zwar ist die Rollenverteilung zwischen Betreuern und Patienten klar und deutlich, dennoch sind die Pfleger und Schwestern für die geistig behinderten Menschen der Familienersatz.

Die Haustür ist offen. Der erste Schritt führt in ein großes Esszimmer mit mehreren Tischen. Um die Ecke geht es weiter zu Wohnzimmer und Küche. Dass es sich bei dem großen Haus in der Dorfmitte Halgehausens um eine Station der Heilpädagogischen Einrichtung (HPE) handelt, ist abgesehen von der offensichtlichen Behinderung der Bewohner nur an den Medikamenten im Regal des Schwesternzimmers zu bemerken. Die Betreuer tragen Jeans und T-Shirts, werde geduzt und mit Vornamen angesprochen – und dennoch ist deutlich zu spüren: Was sie sagen, gilt. In der Wohngruppe der Heilpädagogischen Einrichtung in der Schweinfestraße leben 15 geistig behinderte Menschen


Wie in einer großen Familie: Wohngruppenleiterin Marion Seibel spielt „Mensch, ärgere Dich nicht“ mit den geistig behinderten Bewohnern.

In der Wohngruppe wird zusammen gefrühstückt und zu Abend gegessen. Am Wochenende kochen Patienten und Betreuer gemeinsam, unternehmen Ausflüge und Spaziergänge oder gehen essen. Man kennt sich: Die Hälfte der acht Betreuer ist von Anfang an dabei, viele der Patienten ebenso.

Wer aus der HPE in die Wohngruppe in Halgehausen kommen will, muss bestimmte Kriterien erfüllen, sagt Wohngruppenleiterin Marion Seibel: „ Alle hier gehen einer Tätigkeit nach, außerdem muss das Verhalten allgemein stimmen.“ Wer es in die Wohngruppe geschafft hat, ist stolz, nicht mehr in Haina zu sein.

Schlafen mit offenem Ohr

Tagsüber ist ein Betreuer in der Wohngruppe, am Nachmittag sind es zwei. Nachts bleibt ein Mitarbeiter zur Bereitschaft da. „Man schläft hier immer mit einem offenen Ohr“, sagt Marion Seibel. „Aber eigentlich ist es immer ruhig.“ Wie in einer normalen Familie auch sei eben mal jemand krank oder habe Kopfschmerzen. „Und bei 15 Leuten kommt das eben dementsprechend häufiger vor als in einer kleinen Familie.“ Wer Dienst hat, wird auch von den Bewohnern mit Spannung verfolgt: Auf einer Magnetwand sind Fotos auf einem Dienstplan befestigt, damit die Patienten wissen, wer in der nächsten Nacht Bereitschaft hat.

Die Bewohner der Wohngruppe – Frauen und Männer – sind zwischen 19 und über 70 Jahre alt. Jeden Morgen werden sie nach einem gemeinsamen Frühstück abgeholt und zur Lebenshilfe-Werkstatt nach Frankenberg gebracht. Am Nachmittag kommen sie wieder zurück und haben die Zeit bis zum Abendessen zur freien Verfügung. Sie gehen spazieren, malen, duschen, sehen fern. „Für viele unserer Bewohner ist Musik besonders wichtig“, berichtet die Wohngruppenleiterin. Jeder Bewohner habe ein Radio oder einen Musikanlage in seinem Zimmer.



In diesem dreistöckigen Haus, das einst eine Pension und kurzzeitig auch ein Altenheim war, ist seit 1987 die Wohngruppe der HPE untergebracht.

Die familiäre Art, miteinander umzugehen, ist für die meisten Bewohner extrem wichtig. Der Kontakt zu den eigenen Familien ist oft abgebrochen, die wenigsten erhalten regelmäßig Besuch. „Wenn die Patienten von zu Hause sprechen, meinen Sie Halgehausen.“ Hier kennt sie jeder, sie werden ernst genommen – und ihre Geburtstage werden gefeiert.

Enorme Entwicklung

Als die Wohngruppe 1987 gegründet wurde, war nicht vorgesehen, dass sie lange bestehen würde. Lediglich, wer sich freiwillig meldete, wurde für den Dienst in der Wohngruppe eingeteilt. „Bei den Mitarbeitern ist es dann auch geblieben.“ Doch die Entwicklung der Patienten in dem Haus, einige Kilometer vom Psychiatrie-Komplex in Haina entfernt, zeigte, wie gut und richtig der Ansatz war. „Die Entwicklung, die diese Menschen durchgemacht haben, ist enorm“, fasst Marion Seibel zusammen. Viele hatten schon einige Jahre Psychiatrie-Erfahrung hinter sich.

Langfristige Aufarbeitung

Dass geistig behinderte Menschen in den 70er Jahren falsch behandelt wurden, ist heute bekannt. „Es gab viel aufzuarbeiten, und da hat lange gedauert“, erinnert sich die gelernte Krankenschwester. Einige Patienten kamen damals mit sogenannten auto-aggressiven Störungen, zum Beispiel gegen Möbel, in die Wohngruppe. „Eine Patientin zerriss dauernd ihre Kleidung, so dass ihre Mutter ihr alles aus Leinen nähte. Heute legt eben diese Patientin sehr viel Wert auf hübsche Kleidung“, nennt Seibel ein Beispiel. „Solche Probleme haben wir nicht mehr.“ Ein Problem stellt heute lediglich die Bauweise des Hauses dar. Da es verwinkelt und dreistöckig ist, gibt es mit gehbehinderten Patienten oder bei Krankheiten, die außerhalb behandelt werden müssen, Schwierigkeiten.

Die Patienten aus der Wohngruppe Halgehausen führen ein vergleichsweise normales Leben. Sie fahren zum Beispiel mit Betreuern in den Urlaub. Natürlich brauche man „ein dickes Fell“, wenn man mit geistig Behinderten ein solches Leben führt, sagt Seibel. „Es kommt eben mal vor, dass sich jemand in der Öffentlichkeit danebenbenimmt. Da fühlt man sich dann wie eine Mutter, deren Kleinkind an der Kasse herumschreit.“

Für Marion Seibel ist es die familiäre Atmosphäre und der gute Umgang mit den Kollegen, die den Reiz an ihrem Arbeitsplatz ausmachen, „...und die Herausforderung, die durch die Aspekte der Behinderung entsteht.“

Nicht nur in der Wohngruppe sind die Patienten fest integriert, auch im Dorf gehören sie dazu. Es ist mehr ein Miteinander als ein Nebeneinander, bestätigt Seibel. Die Nachbarn kennen sie, auch bei Festen sind sie immer dabei, sagt Marion Seibel. „Das macht eben den Unterschied in Halgehausen aus.“

Quelle: Waldeckische Landeszeitung – Frankenberger Zeitung
Datum: 14.09.2006 - Text: apa - Fotos: apa

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Der Mosaikstein zum moderner Klinikum

Regierungspräsident Lutz Klein übergibt Bewilligungsbescheid über 5 Millionen – Ärzte protestierenvon Andrea Pauly

Haina (Kloster). Ein bisschen säuerlich guckte er schon, der Landesdirektor Uwe Brückmann, als ihn statt freudiger Gesichter zunächst einmal streikende Ärzte in Haina erwarteten. Brückmann war gekommen, um einen Bewilligungsbescheid über knapp fünf Millionen Euro entgegenzunehmen. Mit dieser Summe wird der Neubau eines Klinikgebäudes finanziert.

Bevor es gestern Nachmittag Sekt und Häppchen zur Feier der Übergabe des Bescheids gab, musste sich LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann zunächst mit den Protesten einiger Ärzte befassen. Diese erwarteten den Verwaltungschef des Landeswohlfahrtsverbandes mit Plakaten und einem großen Banner vor dem so genannten „Türmchen“. Die Klinikärzte fordern einen eigenen Tarifvertrag und die Abgrenzung vom seit Oktober gültigen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD). Dieser bringe gerade jungen Ärzten deutliche Verschlechterungen. „Wir fühlen uns durch ver.di nicht vertreten, wenn die den TVÖD für gut halten“, drückte eine Ärztin ihr Missfallen aus. „Ohne uns Ärzte gibt es auch nichts zu verwalten“, richtete eine Kollegin ihre Worte an Uwe Brückmann.

Dr. Norbert Keller sprach einige Worte, die die Unzufriedenheit der Ärzte deutlich werden ließen. Finanzielle Einbußen von bis zu 20 Prozent, drohender Ärztemangel gerade in der Forensik und Reallohnkürzungen wollen sie nicht hinnehmen. Deshalb haben bereits am Mittwoch einige von ihnen gestreikt – wenn auch (noch) niemand aus der Forensik. Anders als viele andere sind die Hainaer Ärzte nicht unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, wohl aber mit der Gehaltszahlung. So wird bei jedem Stellenwechsel ein Arzt wieder auf das Anfangsgehalt zurückgesetzt. „Junge Ärzte müssen aber ihre Stellen wechseln“, sagte Dr. Silke Kielisch. So hätten junge Fachärzte jahrelang keine Möglichkeit auf ein faires Gehalt.


Mit den Arbeitsbedingungen sind die Hainaer Ärzte zwar zufrieden, nicht aber mit den Änderungen in der Gehaltsberechnung nach dem TVÖD.

Nachdem Brückmann erläutert hatte, dass er sich während der laufenden Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und dem Marburger Bund nicht dazu äußern werde, aber Verständnis für die Forderungen habe, ging es mit dem eigentlichen Grund für sein Erscheinen in Haina weiter.

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Wirtschaftlich auf einem guten Weg

FDP besuchte Zentrum für Soziale Psychiatrie.

Haina-Kloster 08.08.2006. Bei einem Besuch im Zentrum für Soziale Psychiatrie in Haina-Kloster zeigten sich die FDP-Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel (Vöhl) und Florian Rentsch (Wiesbaden) von der Entwicklung auch in wirtschaftlicher Hinsicht in den vergangenen drei Jahren beeindruckt. Gerade in der derzeit stattfindenden Diskussion um die Zukunft des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) war der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Florian Rentsch, angetan von der konsequenten Weiterentwicklung des Standortes.

Der Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag und der langjährige Vorsitzende der Betriebskommission, Dr. Peter Barkey (Beigeordneter im Verwaltungsausschuss des LWV Hessen), sowie der Leiter des Bereichs Einrichtungen, Peter Lutze, empfingen die Gäste in Haina-Kloster.

Weitere 83 Arbeitsplätze

Jürgen Hammerschlag belegte mit den neuesten Wirtschaftszahlen besonders die Zunahme von 83 Arbeitsplätze in den Jahren 2003 bis 2005. Gerade für Waldeck-Frankenberg ist der LWV einer der größten Arbeitgeber - dies muss nach Ansicht der Gesprächspartner auch bei den Diskussionen um die Zukunft des Verbandes besonders berücksichtigt werden.

Hammerschlag stellte die Pläne für den Neubau der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, mit dem noch in diesem Jahr begonnen werden soll vor, ebenso die weitere Sanierung der forensischen Kliniken. Beide Kliniken sind gut mit der Region vernetzt und entwickeln mit Ambulanzen und tagesklinischen Angeboten in Korbach und Gießen vielfältige Angebote für die Wiedereingliederung.

100 Ausbildungsplätze

In der vom LWV betriebenen Krankenpflegeschule werden derzeit 100 Ausbildungsplätze angeboten.

Die weiteren Betriebszweige, die Heilpädagogische Einrichtung und das Wohn- und Pflegeheim, verfügen neben den Wohn- und Hausgemeinschaften auch über strukturierte Tagesangebote.

Der Gutsbetrieb in Haina bereitet die Kooperation mit der Landwirtschaft in Merxhausen vor. Dies bietet sich an, da hier unterschiedliche regionale Vegetationsperioden vorliegen.

Peter Lutze verwies auf die stetig steigende Nachfrage für Betten in der forensischen Psychiatrie, "der das Land und der LWV Hessen in guter Kooperation an den neuen Standorten Merxhausen und Riedstadt hoffentlich so zeitgerecht nachkommen kann, dass eine Überbelegung der vorhandenen Einrichtungen vermieden wird". (nh)

Quelle : HNA - Text: nh - Datum : 09.August 2006

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Beschäftigte des Zentrums für Soziale Psychiatrie protestieren gegen Forderungen des Marburger Bundes

Mitarbeiter wollen nicht die Kosten tragen

 HAINA (KLOSTER), 20.07.2006. Während gestern in ganz Hessen Ärzte kommunaler Kliniken für mehr Lohn streikten, wehrten sich Mitarbeiter des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) in Haina gegen diese Forderungen. Denn sie müssten zahlen, falls der Marburger Bund seine Forderungen durchsetzt. Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will stattdessen 150 Euro mehr im Monat – und zwar für alle Krankenhausmitarbeiter, egal in welchem Berufsfeld.

Auch Mitarbeiter aus dem ZSP in Merxhausen und aus Wabern waren bei der Pausenkundgebung anwesend. „Uns ist Solidarität nicht sch...egal“ – diese Aussage war auf einem der Protestschilder zu lesen, und Personalratsvorsitzender Dieter Hansmann formulierte es mit den exakt gleichen Worten. „Wir haben nichts gegen eine Erhöhung der Arztgehälter, aber nicht auf unsere Kosten“, betonte Hansmann im Gespräch mit der FZ.

Der Personalrat des ZSP Haina und ver.di sind sich darin einig, dass die Mehrkosten, die erhöhte Gehälter für Ärzte verursachen würden, auf dem Rücken der übrigen Angestellten ausgetragen würden. Denn die Krankenhausbudgets sind gedeckelt, das heißt, es steht nur ein fester Betrag zur Verfügung. Die Mehrausgaben für die Ärzte müssten an anderer Stelle im Betrieb eingespart werden – „und an Sachkosten ist nichts mehr einzusparen“, betonte Hansmann. Der Hinweis eines Marburger-Bund-Funktionärs auf potentielle „Effizienz-Reserven und Umverteilungsmöglichkeiten“ ist nach Ansicht Hansmanns eine unverfrorene Aufforderung, in die Geldbeutel aller anderen Beschäftigten des Krankenhauses zu greifen.

Heike Grau, Gewerkschaftssekretärin von ver.di Nordhessen, kritisierte, dass der „zu Recht gelobte“ Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Arbeitgebern nicht eingehalten werde. So würden in vielen fällen den Teilzeitbeschäftigten und auch den Auszubildenden die Schicht- und Wechselschichtzulagen nur anteilig bezahlt sowie Feiertags- und Überstundenzuschläge einbehalten. „Etwa die Hälfte der Beschäftigten hat dadurch erhebliche Nachteile bei Einkommen und Arbeitszeit“, erläuterte Grau. „ Aber während Ihr zur Durchsetzung eurer Rechte die Arbeitsgerichte bemühen müsst, verhandelt der kommunale Arbeitgeberverband mit dem Marburger Bund einen besonderen Tarifvertrag, den sich die Mehrzahl der Mitglieder offiziell gar nicht leisten kann“, richtete sie ihre Worte an die Anwesenden

Grau nannte das Beispiel Stuttgart, wo für höhere Ärztevergütungen 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt wurden – nachdem in wochenlangen Verhandlungen um die Arbeitszeit immer wieder betont wurde, die Kassen seien leer.

Braucht nicht viel Phantasie

„Entweder hat uns die Stadt belogen, oder das Geld soll an anderer Stelle eingespart werden“, folgerte sie. „Und man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wo das sein könnte“, stimmte die Gewerkschaftssekretärin Hansmanns Befürchtungen, die anderen Beschäftigten müssten dafür Kürzungen in Kauf nehmen, zu.

Sie betonte, dass es völlig richtig ist, solidarisch für angemessene Arbeitszeiten und Entlohnung zu kämpfen. „Aber nur, wenn alle Beschäftigten für gute Arbeit auch eine angemessen Vergütung bekommen, kann das System funktionieren.“

Heike Grau warnte vor einer Spaltung in ärztliche und nichtärztliche Beschäftigte und forderte 150 Euro für jeden, sowie den Erhalt der kommunalen Trägerschaft und „eine qualitativ hohe Gesundheitsversorgung für alle Menschen, ob arm oder reich.“

Dieter Hansmann warnte ebenfalls vor einem Keil zwischen den Ärzten und den übrigen Beschäftigten. „Knirscht es hier, so hat dies unmittelbare Auswirkungen auf unsere Patienten.“ Er begründete die Forderungen nach 150 Euro mehr Gehalt für alle mit den gestiegenen Kosten für Arbeitnehmer: gestiegene: Benzinpreise und Krankenkassebeiträge, die bevorstehende Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Wegfall der Pendlerpauschale. „Vor einigen Wochen hätte ich noch gesagt „Ihr seid verrückt, es ist kein Geld da““, gab Hansmann zu. Mittlerweile habe er keine Gewissensbisse mehr, „denn es ist ja anscheinend noch Geld zum Verteilen da“, meinte der Vorsitzende des Hainaer Personalrats und verwies ebenfalls auf das Stuttgarter Beispiel.

Er verwies auf den Hintergrund der Arbeitszeiterhöhung. „Die bedeutet Stellenabbau.“ Hansmann rechnete vor, dass im ZSP Haina bei der Einführung der 40-Stunden-Woche auf 30 bis 35, bei der 42-Stunden-Woche sogar auf 60 – 70 Stellen verzichtet werden könne. Auch er kritisierte die Auslegung des TVÖD auf Arbeitgeberseite und erläuterte die Auswirkungen am Beispiel einer Hausgehilfin, die nach der neuen Regelung mit 1286 Euro brutto auskommen muss – 500 Euro weniger als vorher. „Ich weiß nicht, wie jemand damit eine Familie ernähren will.“

Hansmann übte auch Kritik an den Medien: “Immer noch wird an der Mär festgehalten, es gehe dem Marburger Bund ja nur um die bessere Versorgung der Patienten und um bessere Arbeitsbedingungen.“ Dabei wolle der Marburger Bund nur eines: „Schlicht mehr Kohl.“

Beratungen zum Übergangstarifvertrag abgebrochen

Keine Mitarbeiter-Beteiligung

Als Hiobsbotschaft berichtete Personalratsvorsitzender Dieter Hansmann von den aktuellen Entwicklungen der Beratungen zum geforderten Übergangstarifvertrag Diese wurden vom Personalrat am 13. Juni abgebrochen, weil der Landesdirektor Uwe Brückmann mitgeteilt hat, dass sich der LWV künftig auf den Tendenzschutz berufen will. Das bedeutet, dass der Betriebsrat nur eingeschränkte personelle Mitbestimmung erhält und es weder einen Wirtschaftsausschuss, noch eine Arbeitnehmerbeteiligung im Aufsichtsrat geben wird.

Der Vorschlag des Personalrates, ein gemeinsames Konzept zur Sicherung der Arbeitsplätze im Servicebereich zu erstellen, wurde vom Arbeitgeberverband als inakzeptabel abgelehnt.

Herbert Griesel, Personalratsvorsitzender am ZSP in Merxhausen, berichtete von den Auswirkungen, die eben dieses Vorgehen auf Kollegen aus Wabern hatte: „Die Beschäftigten dort haben in drei Jahren auf – lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen – eine Million Euro verzichtet.“ Je nach Defizit würden von den Mitarbeitern ein bis zwei weitere Millionen Euro gefordert. „Wir sagen: Die Beschäftigten sind nicht in der Lage, weiterhin für Missmanagement den Kopf hinzuhalten.“ Deshalb sei es wichtig, einen Überganstarifvertrag zu bekommen. Zum 1. Januar 2007 werden die Eigenbetriebe des LWV in gemeinnützige GmbHs umgewandelt.

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: apa - Datum : 20. Juli 2006

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Zwei Stationen mit 32 Betten für Patienten der Forensik saniert – 2,5 Millionen Euro investiert


Sie übergaben das sanierte Haus 6 (im Hintergrund) seiner Bestimmung: Der ärztliche Direktor der Forensik, Dr. Rüdiger Müller-Isberner, Krankenpflegedirektorin Gudrun Gaertner, Ministerialrätin Susanne Nöcker, Pfarrer Peter Kittel, LWV-Verwaltungsausschuss-Mitglied Annegret Bauch und Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag (von links)

In Haina gilt: Nach dem Bau ist vor dem Bau

von Andrea Pauly

HAINA (KLOSTER), 13.07.2006. Das Gebäude liegt inmitten eines ruhigen Parks, Bänke und Liegestühle stehen in der Sonne, Menschen schlendern über den gepflegten Rasen. Im Gebäude ist alles frisch renoviert – und dabei wurde nicht gespart: 2,5 Millionen Euro wurden für den Umbau der zwei Stockwerke investiert: Es gibt schicke Möbel von höchster Qualität, einen Badewanne mit Sprudelfunktion, helle Tapeten und pflegeleichte Fußböden. Wären da nicht die psychiatrietypischen Fenster und die Hinweise „Bitte abschließen“ mit einem warnenden Ausrufezeichen an allen Türen – man könnte meinen, man sei in einer Kurklinik statt in der geschlossenen Station der Forensik.

Run 2,5 Millionen Euro wurden für die Sanierung des Hauses 6 der Forensik investiert. Das ist ein kleiner Teil des Gesamtpaketes, das das Sozialministerium für die Weiterentwicklung des Maßregelvollzuges in Hessen geschnürt hat. Rund 120 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren hessenweit für die Forensik-Kliniken investiert werden. Auch in Haina sind die Arbeiten längst nicht beendet: Schon im August wird die kostenintensive Sanierung des Altbaus G 2 in Angriff genommen, ebenfalls Teil der Forensik (siehe Stichwort).

Auf geschlossener Station

Gestern übergaben Vertreter der Klinik, des Landeswohlfahrtsverbandes und des Sozialministeriums das Gebäude seiner Bestimmung. Klinikpfarrer Peter Kittel (Dodenhausen) segnete das Gebäude, bevor die Gäste und Gastgeber eine Runde durch die Stationen machten. Auf den geschlossenen Stationen 6.1 und 6.2 sahen sich die Besucher um und verschafften sich einen Einblick in den Alltag eines Rechtsbrechers, der seine Zeit hauptsächlich in einem Dreibettzimmer verbringt und nur in Begleitung stundenweise nach draußen darf – dies entspricht der Sicherheitsstufe der meisten Patienten auf den beiden Stationen.

Besonderes Interesse fanden die ausbruchsicheren Fenster, die auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht geöffnet werden können: Nur das schmalere Seitenteil kann gedreht werden, so dass Luft in einen Raum kommt. Auch die Sicherheitstechnik im Zimmer des Pflegepersonals fand das Interesse der Besucher.

ZSP-Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag hatte zurvor Mitarbeiter und Gäste im Kapitelsaal begrüßt. Sinn der ununterbrochenen Arbeiten sie es, die Unterbringungs- und Betreuungsqualität zu verbessern. Er erinnerte an die stetig drohende Überbelegung und den akuten Platzmangel, der sich seit Jahren in der Forensik abzeichnet. Hammerschlag, dankte Planern, Architekten und beteiligten Baufirmen „für eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit“.

Susanne Nöcker, Ministerialrätin im Sozialministerium für die Aufsicht des hessischen Maßregelvollzugs zuständig, erinnerte sich an die akute Belegungsnot im Dezember 2002. Damals stand zur Debatte, das Haus nicht wie vorgesehen für die Allgemeinpsychiatrie, sondern für die Forensik zu nutzen,. Nun, nach all der Arbeit, wenn sich üblicherweise das „So, wir haben es geschafft“-Gefühl einstelle, gehe es in Haina mit dem Umbau v on G 2 erst richtig los. „Hier gilt: Nach dem Bau ist vor dem Bau“, sagte Nöcker. Sie maß der Arbeit der Pflegekräfte besondere Bedeutung zu und dankte den anwesenden Mitarbeitern für „Ihr nicht vorauszusetzendes Engagement und Ihre Professionalität“.

Annegret Bauch, Mitglied des LWV-Verwaltungsausschusses, überbrachte die Grüße von Landesdirektor Uwe Brückmann. Sie nannte die Fertigstellung des Hauses 6 einen Zwischenschritt und verwies in diesem Zusammenhang auf die Erweiterung der Klinik in Eltville und den geplanten Forensik-Neubau in Riedstadt.

Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus betonte die Bedeutung der Klinik für die Gemeinde Haina als Arbeitergeber für 800 Menschen in einer strukturschwachen Gemeinde und bat darum, künftig bei den Ausschreibungen die heimischen Firmen zu beachten.

HINTERGRUND:

Die Forensik

Die Klinik für forensische Psychiatrie (KffP) ist einer von fünf Betriebszweigen des Zentrums für Soziale Psychiatrie (ZSP) in Haina.

Die Klinik wurde am 01. Juli 1977 gegründet und ist für die Behandlung psychisch gestörter Rechtsbrecher in Hessen zuständig. Des Weiteren werden dort Beschuldigte zur Beobachtung untergebracht, über die ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden soll. In Haina untergebracht werden auch Menschen in Fällen, in denen anzunehmen ist, dass jemand eine rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit begangen hat.

Die Klinik hat zwei Standorte: Haina (Kloster) als Hauptstandort und die Außenstelle in Gießen, mit insgesamt 422 Behandlungsplätzen an beiden Standorten.

In der Stammklinik in Haina gibt es 13 Stationen, von denen fünf gesichert, sechs geschlossen und je eine halboffen und offen sind. In der Außenstelle Gießen gibt es neun Stationen, fünf hochgesichert, drei geschlossen und eine halboffen. In der Außenstelle Fischbach gibt es eine offene Station. Fast 92 Prozent der Patienten sind Männer.

Die Behandlung erfolgt schrittweise. Zunächst kommt der Patient auf die Aufnahmestation, wo eine gründliche Diagnostik vorgenommen und der Gesamtbehandlungsplan aufgestellt wird. Anschließend wird er auf die Therapiestation verlegt, die für ihn am geeignetsten erscheint. Hier wir in Einzelgesprächen die Problematik des Patienten aufgearbeitet, ferner nimmt er an Gruppenprogrammen teil.

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: Andrea Pauly - Foto: apa - Datum : 13. Juli 2006

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Sommerfest des Zentrums für Soziale Psychiatrie mit abwechslungsreichem Programm 

Festliches Klostergelände als Begegnungsstätte

HAINA (KLOSTER), 04.07.2006. Bei strahlendem Sonnenschein feierte das Zentrum für Soziale Psychiatrie am Sonntag sein Sommerfest. Auf dem ehemaligen Klostergelände waren zahlreiche Stände aufgebaut, die zum Kaufen und Spielen einluden.

 Das Fest begann mit einem sehr gut besuchten Kirchspielgottesdienst mit den Pfarrern Oliver Koch und Peter Kittel in der Klosterkirche. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Dodenhäuser Posaunenchor. In der Predigt machte Pfarrer Koch deutlich, dass alle Menschen von Gott geliebt werden, seien sie krank oder gesund, behindert oder nicht behindert.

Anschließend begann das bunte Treiben auf dem Gelände. Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag lud alle Besucher zu Gesprächen mit den Patienten ein. „Lassen Sie das Gelände zu einer großen Begegnungsstätte werden.“ Er würdigte den Einsatz der Mitarbeiter, die zum Gelingen des Festes beitrugen. Erstmals war das gesamte Festgelände mit einer Lautsprecheranlage beschallt. Auf der neuen Musikbühne unterhielt der Musikverein aus Löhlbach mit volkstümlichen Weisen.

Eine Bereicherung war das kleine Festzelt von sechs mal zwölf Metern. Es kann in Zukunft von allen Einrichtungen des Zentrums genutzt werden. Einen Ausstellung mit Bildern, die in der Kunsttherapie gemalt wurden, lockte Betrachter und Käufer. Gleich nebenan informierten Mitarbeiter über Akupressur, Akupunktur und Aromatherapie. Sie werden zum Beispiel zur körperlichen Entgiftung bei Suchtpatienten und bei der Behandlung von Depressionen und Schlafstörungen angewandt.


Die Schwarzlichttheatergruppe der Tagesstätte der Heilpädagogischen Einrichtung zeigte in der abgedunkelten Turnhalle die Vogelhochzeit von Rolf Zuckowski. (Archivfoto der Schwarzlichttheatergruppe)Draußen ging das bunte Treiben weiter. Geschicklichkeit war beim Zielwerfen mit Wasserbomben oder Bällen gefragt. An den Ständen wurden Blumenstöcke, Bastelarbeiten und Lose für die große Tombola feilgeboten. Für die sportliche Abwechslung der jüngsten Festbesucher sorgte eine Hüpfburg. Bei Ponyreiten und Kutschfahrt kamen kleine und große Pferdefreunde auf ihre Kosten. Beim Kinderschminken wurden Gesichter phantasievoll bemalt.

Eva Busch stellte auf Bildern ein Parallel-Fahrrad vor, das in Dänemark bestellt, aber leider nicht rechtzeitig eliefert wurde. Dabei sitzen beide Fahrer nebeneinander und jeder kann treten wie er will. Ein Lenker kann ausgeschaltet werden, was für die Nutzung mit den Patienten sehr wichtig ist. Es soll in Kürze in Haina eintreffen und gleich eingeweiht werden.


Für die kleine oder große Stärkung zwischendurch gab es Bratwürstchen, Gyros, Kuchen und „Weltmeisterwaffeln“. Die Band der Frankenberger Kegelbergschule sorgte am Nachmittag für Stimmung. Von „Küssen verboten“ bis „König von Deutschland“ begeisterten sie die Besucher mit ihrer Musik. Allerdings waren in diesem Jahr nicht so viele Gäste gekommen wie erwartet. Erst am Nachmittag füllte sich die Feststraße etwas, und es bildeten sich Schlagen bei der Waffelbäckerei und der Gewinnausgabe.

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: ug - Foto: Archiv - Datum : 04. Juli 2006

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HIER ARBEITEN WIR – ZENTRUM FÜR SOZIALE PSYCHIATRIE


Krankenhaustradition: Aus dem Hainaer Zisterzienserkloster wurde 1533 ein Hospital für Arme und Kranke. Jetzt beherbergen historische und neue Gebäude das Zentrum für Soziale Psychiatrie

Gemeinsam gegen seelische Not

ZSP: Sechs Jobs und sechs Menschen im Porträt

von Martina Biedenbach

HAINA KLOSTER, 24.06.2006. Psychisch Kranke, Menschen mit geistiger Behinderung, seelisch kranke Straftäter und Suchtpatienten – für dieses Spektrum von Hilfsbedürftigen ist das Zentrum für soziale Psychiatrie Haina (ZSP) zuständig.

In der HNA-Serie „Hier arbeiten wir“ stellt die Frankenberger Allgemeine Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, jede Woche den Arbeitsplatz von Menschen aus dem Frankenberger Land vor. Heute das ZSP, das eine Einrichtung des Landeswohlfahrtsverbandes ist. 850 Menschen arbeiten in Haina, weitere 250 in der Außenstelle in Gießen – vom Psychiater bis zum Fachkrankenpfleger, von der Ergotherapeutin bis zur Sozialarbeiterin, von Verwaltungsangestellten bis zu den Küchen- und Reinigungskräften. Das ZSP ist einer der größten Arbeitgeber im Frankenberger Land.

Daten und Fakten

Zum Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina (Kloster) (ZSP) gehören folgende Bereiche:

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt Erwachsene mit psychischen Erkrankungen, inschließlich Suchtkrankheiten: sie hat 112 Planbetten, 15 tagesklinische Behandlungsplätze und psychiatrische Ambulanzen in Haina und Korbach. Zusammen mit den Zentren Marburg und Gießen werden in einer Verbundkrankenpflegeschule 30 Schüler ausgebildet.

Die Klinik für forensische Psychiatrie behandelt psychisch kranke Rechtsbrecher. Sie hat mit der Außenstelle Gießen 422 Betten. Für gefährliche Rechtsbrecher gibt es in Gießen 105 hochgesicherte, in Haina 80 gesicherte Plätze. Zur Klinik gehören auch Institutsambulanzen in Schotten und Eltville.

Die Heilpädagogische Einrichtung(HPE) betreut 94 Menschen mit geistiger Behinderung in acht Wohngruppen. Die HPE hat auch eine eigene Tagessstätte.

Im Wohn- und Pflegeheim werden Menschen mit seelischer Behinderung betreut. Es hat unter anderem 54 stationäre Pflegeplätze und 13 Plätze im Betreuten Wohnen.Auf dem Gutshof bewirtschaften ein Gutsverwalter und ein Schlepperfahrer 250 Hektar Ackerland.

1. Der Betriebsleiter

Zahlen im Blick: Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag ist für die Finanzen des ZSP zuständig.

„Die Vielfältigkeit reizt mich“, sagt Jürgen Hammerschlag über seine Arbeit. Als Betriebsleiter ist er für alle fünf Betriebszweige des Zentrums für Soziale Psychiatrie in Haina zuständig.

Der Betriebswirt muss stets die Zahlen und Haushaltsbudgets – das laufende Leistungsgeschehen, wie er sagt – im Blick haben. Dazu gehören Budgetverhandlungen mit Krankenkassen, dem Land und anderen Kostenträgern.

Die Rahmenbedingungen sind angesichts der leeren öffentlichen Kassen schwierig. Es heißt sparen. Und neue Lösungen finden. In der „strategischen Ausrichtung des Unternehmens für das Bestehen im Wettbewerb“ sieht er seine Hauptaufgabe.

Dazu gehört auch die bauliche Weiterentwicklung des ZSP, wie etwa die Sanierung der Forensik oder der geplante Neubau für das psychiatrische Krankenhaus, bei deren Planung er die Weichen stellt.

Das geschieht auch in Absprache mit den beiden Ärztlichen Direktoren Dr. Rolf Speier (Psychiatrie) und Dr. Rüdiger Müller-Isberner (Forensik) sowie den Leitern Erwin Gruber (Wohn- und Pflegeheim), Werner Thielemann (HPE) und Albert Funk (Gutshof).

2. Der Sozialarbeiter

Rafael Diele

Gespräche: Rafael Diele hilft psychisch Kranken nach der Krankenhaus-Entlassung

 

Zuhören gehört zum Handwerkszeug von Rafael Diele. Der 46-jährige Diplom-Pädagoge hilft psychisch Kranken nach dem Aufenthalt im Hainaer Krankenhaus, wieder im Alltagsleben klar zu kommen. Er besucht die Patienten regelmäßig zu Hause, berät deren Angehörige, unterstützt sie beim Papierkram mit Behörden und Krankenkassen. Er weiß, welche ambulanten Hilfsangebote sie beanspruchen können. Diele leitet das Team der Sozialarbeiter für Krankenhaus und Ambulanz. In regelmäßigen Besprechungen auch mit Ärzten und Psychologen versuchen alle gemeinsam, das Beste für die Patienten zu erreichen.

3. Der Maler

Bernd Paulus

Arbeitstherapie: Bernd Paulus leitet Forensik-Patienten zu Malerarbeiten an

Dass es schnell geht, ist nicht so wichtig. Es kommt darauf an, dass die Patienten der forensischen Klinik in der Arbeitstherapie lernen, ihrem Tag Struktur zu geben. Bernd Paulus, gelernter Maler und Lackierer sowie Krankenpflegehelfer, unterstützt sie dabei. Er leitet die Patienten zu Malerarbeiten an. Sei es das Anstreichen von Klinikräumen oder das Lackieren von Möbeln. Neben dem handwerklichen Können sind Geduld und Ruhe das wichtigste Handwerkszeug des 50-Jährigen. Immer wieder erklärt er den Patienten, was wie zu tun ist Mit Ruhe schlichtet er Konflikte oder besänftigt, wenn Patienten schlecht drauf sind.

4. Die Wohngruppenleiterin

Am Küchentisch: Viele Gespräche führt Sigrid Kaufmann mit den Bewohnern, hier Dieter Neufert, bei Mahlzeiten in der Küche.

 

Rund um die Uhr betreut Sigrid Kaufmann mit ihren Kolleginnen die neun Bewohner mit geistiger Behinderung im Gespannführerhaus, neben dem Tischbeinmuseum gelegen. Die Wohngruppenleiterin hilft beim Frühstück, beim Waschen und Rasieren, empfängt die Männer, wenn sie nach der Arbeitstherapie zurückkommen. Gespräche – auch Schlichten von Streit – bei Kaffeetrinken und Abendessen folgen. Nachts ist immer eine Mitarbeiterin im Haus. Arztbesuche und Behördengänge gehören auch zum Job.

5. Der Psychiater

Lutz Lenhard

Test: Fragebögen helfen Psychiater Lutz Lenhard bei der Diagnose, etwa von Alzheimer

Lutz Lenhard kommt viel rum. Der Psychiater und Leiter der psychiatrischen Tagesklinik und Institutsambulanzen in Haina und Korbach fährt mit dem Dienstwagen 25.000 Kilometer pro Jahr. Denn er besucht viele Patienten zu Hause, und das im ganzen Landkreis.

„Das können niedergelassene Psychiater nicht leisten2, sagt der Arzt.

Hausbesuche machen zwei Drittel der Arbeit aus. Sprechstunden in den Institutsambulanzen und die Begleitung der Patienten in der Tagesklinik sind weitere Aufgaben. Neun Fachärzte gehören zu seinem Team.

Zehn bis 25 Patienten sieht der 52-Jährige pro Tag. Demenz und Alterserkrankungen sind die häufigsten Krankheitsbilder.

6. Der Fachkrankenpfleger

Alkoholtest: Das gehört zu den täglichen Aufgaben von Rudi Rassner (links), hier mit Pflegeschüler René Dimmers.

Alkoholtests gehören zu Rudi Rassners täglicher Arbeit. Der 47-Jährige Fachkrankenpfleger für Psychiatrie arbeitet auf der 14.2 der psychiatrischen Klinik, einer Entgiftungsstation für Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängige. Rassner betreut die Patienten von der Aufnahme über die akute Entgiftungsphase bis zur Entlassung. Zusammen mit Ärzten und Psychologen beobachtet er den Zustand der Patienten, damit schnelle Hilfe möglich ist.

Quelle : HNA - Text: Martina Biedenbach- Foto: Archiv - Datum : 24. Juni 2006

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Streuobstwiesenweg rund um Haina eingeweiht

Blühende Bäume mit langer Geschichte
von Andrea Pauly

HAINA (KLOSTER) 21.05.2006. Mehr als 30 Gäste wandelten am Samstag auf den Spuren der Mönche, die einst das Zisterzienser-Kloster bewohnten. Zwar ist auf geteerten Wegen und mit bunten Regenschirmen heute nichts mehr vom Flair der Zeit zu spüren, in der das Kloster der Mittelpunkt der Bunstruth war - doch die Obstbäume, die entlang des Wanderweges wachsen und dessen Schwerpunkt darstellen, haben sich seit damals wohl kaum verändert.

Am Samstag wurde der Streuobstwiesen-Rundwanderweg offiziell eröffnet. Viola Wagner, Kreisvorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), hieß die mit Schirm und Regenjacken ausgestatteten Besucher willkommen. Sie drückte in ihren Begrüßungsworten Dank an alle aus, die an der Entstehung des Wanderweges, an der Pflege und Bestimmung der Bäume und an der Broschüre zum Wanderweg mitgearbeitet haben. Robert Hormel vom Zentrum für Soziale Psychiatrie vertrat Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag. Er gratulierte zum Gelingen des Projektes und wünschte den Beteiligten möglichst viele Patenschaften - das ZSP hat übrigens bis heute noch keine übernommen. Die Grundschule Haina dagegen hat bereits sechs Patenschaften. Die Schüler umrahmtem die offizielle Eröffnung mit Liedern zum Frühlingsbeginn - unter dem grauen Himmel und mit dem stetigen Tropfen des Regens wurde ihr Gesang "Wann wird es endlich wieder wärmer sein ?" vom zustimmenden Gebrummel und Schmunzeln vieler Gäste untermalt.(Mehr lesen Sie in der Montagausgabe der Frankenberger Zeitung)

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: Andrea Pauly - Foto: apa - Datum : 21.05.2006

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Neuer Anschub für Diskussionen um Umstrukturierung des Zentrums für Soziale Psychiatrie

Klare Aussagen von Verbandsspitze gefordert


von Andrea Pauly

HAINA (KLOSTER) 21.03.2006. Die Mitarbeiter des Zentrums für Soziale Psychiatrie sind durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen: Monatelang hatten sie Angst vor einer Privatisierung, vor Service-GmbHs mit niedrigen Löhnen, vor einer Kürzung der Gehälter. Als die Privatisierungspläne in den Hintergrund rückten, kehrte allgemeine Beruhigung ein. Doch seit Monaten lässt der Landeswohlfahrtsverband (LWV) seine Mitarbeiter in Unwissenheit darüber, wie es nun weitergehen soll. Die SPD-Fraktionen im Landtag und in der Verbandsversammlung wollen die Diskussion nun erneut ins Rollen bringen.

Dass die SPD ausgerechnet in der Woche vor der Kommunalwahl am Sonntag mit ihrer Stellungnahme an die Öffentlichkeit tritt, ist natürlich kein Zufall. Denn die Verbandsversammlung des LWV wird über die Stadtverordnetenversammlungen und die Kreistage gewählt - und um eben jene geht es in den Wahlen am Sonntag. Der LWV befindet sich momentan vor einer Entscheidung: In welcher Form sollen die zu gründenden gemeinnützigen GmbHs organisiert werden? Bei einem Gespäch im Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina überraschten Reinhard Kahl aus der SPD-Landtagsfraktion, SPD-Fraktionsvorsitzender im LWV Wolfgang Hessenauer und das Fraktionsmitglied in der Verbandsversammlung Hannelore Eckhardt mit neuen Ergebnissen. Denn am Freitag haben Landtags- und Verbandsfraktionen der SPD entschieden, das GmbH-Modell zu unterstützen. Nach eingehender Prüfung haben sie herausgefunden, dass durch eine Festsetzung in einem Tarifvertrag auch bei diesem Modell die zwingende Einrichtung eines Betriebsrats festgelegt werden kann. "Die Lösung über eine Holding führt zur Abnabelung", erläuterte Wolfgang Hessenauer seine ablehnende Haltung gegenüber dieser Möglichkeit. Er betonte, die Krankenhäuser des LWV hätten auch in der alten Form bewiesen, dass sie wirtschaftlich arbeiten. Die direkte Anbindung der GmbHs an den LWV sei ein "sicherer Weg zu verhindern, dass die GmbHs veräußert werden können". Bei der Holding-Lösung dagegen sei dies leicht möglich - besonders, weil die Verbandsversammlung sich nicht ausdrücklich dafür entschieden habe, alle Betriebe gesammelt unter einer Leitung zu behalten, fügte Reinhard Kahl hinzu. Hessenauer sprach sich deutlich für ein Mitspracherecht der Mitarbeiter bei den wichtigen Entscheidungen im Verband aus. Reinhard Kahl betonte die Bedeutung des Zentrums für Soziale Psychiatrie in Haina als drittgrößter Arbeitgeber im Landkreis Waldeck-Frankenberg. "Aber hier geht es nicht nur um die Arbeitsplätze", betonte der Landtagsabgeordnete. "Denn erst durch die qualitativ gute Arbeit mit den Betroffenen ist die Voraussetzung für eine gute Position auch im stärkeren Wettbewerb gegeben." Kahl berichtete, in der "Jamaika-Koalition" in der Verbandsversammlung, besonders in der Fraktion der Grünen, würden immer wieder Überlegungen vorgebracht, das Psychiatrische Krankenhaus an ein "normales" Krankenhaus zu binden - die theoretische Möglichkeit dazu ist gegeben. "Wir finden aber, dass das falsch wäre." Mehr iun der FZ vom 21. März 2006.

So wie die Klosterkirche zu Haina gehört, gehört das Zentrum für Soziale Psychiatrie zum Klostergelände. Doch wie fest ist der Landeswohlfahrtsverband mit seinen Einrichtungen verbunden? Diese Frage stellen sich derzeit viele Mitarbeiter. (Foto: apa)

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: Andrea Pauly - Foto: apa - Datum : 21.03.2006

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Entwicklungen in Klinik für forensische Psychiatrie und Stiftungsforsten.


Außentermin bei Minusgraden: Forstdirektor Manfred Albus erläuterte Herstellung sowie Vor- und Nachteile der Holzhackschnitzel und die Kooperation mit dem Zentrum für soziale Psychiatrie, hier vertreten durch Gutshof-Mitarbeiter Albert Funk und den Leiter Finanz- und Rechnungswesen Matthias Müller. Daneben Regierungspräsident Lutz Klein, ZSP-Betriebsleiter Jürgen Hammerschlag, die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg und LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann (von links). _(Foto: apa)

Wohlige Wärme beim Blick ins Heizwerk
von Andrea Pauly

HAINA (KLOSTER), 24.01.2006. Fast drei Jahre ist es her, dass Lutz Klein den Posten als erster Beigeordneter des Landeswohlfahrtsverbandes an Uwe Brückmann abgab, um Regierungspräsident zu werden. Gerade vier Monate hat sein damaliger Nachfolger beim LWV nun den Posten des Landesdirektors. Am Montag trafen sich beide in Haina, um dort die Entwicklung zweier LWV-Einrichtungen zu betrachten.

Brückmann hatte sich für die Einladung des "RP" zwei LWV-Aufgaben ausgesucht, die bis auf den Träger und den Standort recht wenig gemeinsam haben: Die Stiftungsforsten und die Klinik für forensische Psychiatrie (KffP). Doch beide waren stets Thema, als der Battenberger Lutz Klein noch erster Beigeordneter beim Landeswohlfahrtsverband Hessen war.Bei Minusgraden fanden sich Montagmorgen neben RP und Landesdirektor auch der Betriebsleiter des Zentrums für soziale Psychiatrie, Jürgen Hammerschlag, der Leiter der Abteilung Finanz- und Rechnungswesen am ZSP, Matthias Müller, Gutshof-Leiter Albert Funk, die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg auf dem alten Sportplatz bei Haina ein. Dort informierte der Leiter der Stiftungsforsten, Forstdirektor Manfred Albus, über die im Sommer gebaute Halle zur Aufbewahrung von Holzhackschnitzeln.

Albus erstaunte die Anwesenden mit der Aussage, dass die riesige Halle bereits jetzt nicht mehr ausreiche und eine weitere auf dem Platz im Wald entstehen werde. Er erläuterte Zahlen und Fakten, Verbrauchsmengen und Erfahrungen mit dem Verkauf und der Nutzung des alternativen Heizmittels. Für den Vertrieb von Wärmeenergie ist ein autarker Nebenbetrieb gegründet worden, der mittlerweite aber eine Haupteinnahmequelle ist: die HEH, Holz-Energie Haina. Somit ist Albus sozusagen sein eigener Kunde: "HEH kauft das Holz von den Stiftungsforsten, aber zu den aktuellen Marktpreisen." Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich einer der vier Hauptabnehmer der Holzhackschnitzel: das Heizwerk auf dem Gelände des ZSP, das insgesamt 33 Gebäude mit Wärme versorgt. Hier führte Albus die Gruppe herum und demonstrierte den Weg, den die Hackschnitzel zurücklegen, bis zu ihren letzten Stationen: Wärme und Asche. Bei einem Blick in den Ofen spürte die Gruppe die ausströmende Hitze als sehr willkommenen Nebeneffekt nach den informativen Gesprächen an der kalten Luft.Im Anschluss führte der Weg in die Gebäude innerhalb des Schutzzaunes auf dem Gelände - in das erweiterte und sanierte Gebäude 122, in dem große Teile des Ergotherapie-Angebotes der Forensik, der Klinik für psychisch kranke Rechtsbrecher, untergebracht sind.

Hier empfingen der stellvertretende Ärztliche Direktor, Dr. Dieter Jöckel, und der Leiter der Ergotherapie, Thomas Madsack, die Gruppe. Madsack zeigte den Besuchern verschiedene Räume für die Arbeits- und Sporttherapien. Derzeit befindet sich die Klinik für forensische Psychiatrie im Umbruch: Durch einen Anbau (122b) wurde mehr Platz geschaffen. Dorthin werden die Stationen und Werkstätten verlagert. Im Februar schon ist die mit 1,5 Millionen Euro berechnete Sanierung abgeschlossen. Mit dem "Umzug" entsteht im Altbau genug Raum, um dort zu sanieren: Gerade für den Brandschutz sind dringend Arbeiten erforderlich. Insgesamt 4,6 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung, das Land Hessen zahlt. Die Besucher sahen sich in den alten, neuen und den bereits sanierten Gebäudeteilen um und ließen sich von verschiedenen Mitarbeitern über die Ergotherapie-Angebote informieren: Sport, Kraft- und Ausdauertraining, Maler- und Schreinerarbeiten sowie die industrielle Fertigung von Kleinteilen für Firmen wie Hettich und Osborn und auch die Lebenshilfe.

Ursprünglich sei der Erweiterungsbau 122b als Ausweichalternative gedacht gewesen, erläuterte Brückmann. Doch weil der Bedarf an Plätzen in der Forensik stetig angestiegen ist, werden die neu entstandenen Quadratmeter nun doch dauerhaft für die Patienten benötigt. Die Belegungszahlen der Klinik, inklusive der Außenstellen in Gießen und Fischbach, haben sich in zehn Jahren von 90 auf 122 Prozent Auslastung erweitert. In Patientenzahlen waren das 273 im Jahr 1995, im vergangenen Jahr dagegen 387 Patienten. Am Montag waren es genau 402 Patienten. Pro Jahr sind also etwa zwei Stationen hinzugekommen", bilanzierte Jürgen Hammerschlag.

Doch damit soll bald Schluss sein: Letzte große Investition für die Forensik soll der Umbau von Haus 6 sein, der rund 2,7 Millionen Euro kosten soll.Dort werden die Patienten aus zwei Stationen aus dem Altbau G2 untergebracht, bis dieser wiederum komplett saniert ist. Die 2001 begonnenen Arbeiten an "G2 neu" waren 2004 abgeschlossen worden - darin sind jetzt unter anderem die Sporträume. Der wenige neu entstandene Raum wird dann für Personalzimmer und Büros genutzt. Mehr Plätze für Patienten lehnt die Klinik ab. "Die Kapazitäten hier sind ausgeschöpft", begründete Hammerschlag. Da in Merxhausen künftig 65 Plätze genutzt werden können und 2009 eine neue Forensik in Riedstadt eröffnet wird, können Patienten - gerade aus den südhessischen Ballungsgebieten - dann in der Nähe zu ihren Landgerichtsbezirken untergebracht werden.Das Treffen endete mit einer positiven Bilanz: Gerade im Hinblick auf die neue Forensik in Riedstadt habe Haina Vorbildfunktion, darin waren sich die Teilnehmer einig. Erfahrungen von Mitarbeitern und aus dem Umgang mit psychisch kranken Straftätern in Haina werden in die Planung der neuen hessischen Klinik einfließen.

Quelle : Waldeckische Landeszeitung - Text: Andrea Pauly - Foto: apa - Datum : 24. Januar 2006